April.
Chronik des germanischen Museums.
Nürnberg, den 15. April 1880.
Im Anschlusse an die früher gemeldeten thüringischen Adelsfamilien haben die Grafen und Herren v. Helldorf 300 m. für ein Fenster bestimmt; ebenso hat Herr Fabrikbesitzer Heimstädt in Nürnberg 350 m. für ein solches gespendet.
Im Erdgeschosse unseres Victoriabaues sollen Gipsabgüsse der hervorragendsten deutschen Skulpturen aus der romanischen Periode aufgestellt werden; es finden dazu an verschiedenen Orten Abformungen statt. Bereits ist das große Relief der Externsteine, welches wir einer Sammlung verdanken, die seiner Zeit in Detmold eingeleitet wurde, durch Bildhauer Maßler in Hannover angefertigt, hier eingetroffen und aufgestellt. Wir freuen uns, daß auch diese Angelegenheit, wie die meisten unserer einzelnen Unternehmungen, freundliche Theilnahme findet, und daß uns zu diesem Zwecke Unterstützungen zugehen. Schon im vergangenen Jahre hat Herr Prof. Kinkel den Ertrag einer von ihm hier gehaltenen Vorlesung für diesen Zweck bestimmt. Jetzt haben mehrere Herren die Kosten je eines Abgusses übernommen, und zwar die Herren Fabrikbesitzer Distel mit 300 m. und Falk mit 500 m., G. H. mit 50 m., Kaufmann Rieß mit 30 m. und Fabrikbesitzer Reich mit 50 m. Auf Kosten der von Sr. Maj. dem Kaiser begründeten Hohenzollernstiftung wurde das Tympanon der Klosterkirche zu Alpirsbach mit den ältesten monumentalen Darstellungen von Mitgliedern des Hauses Hohenzollern geformt.
Im weiteren Fortgange unserer Bauten, bezüglich deren wir einem schon längere Zeit festgestellten, auch bereits allgemein bekannten Plane folgen, haben wir einer mehrfach an uns herangetretenen Anregung Folge gegeben und Anstalten getroffen, einen großen Saal als Parallele zum Saale der deutschen Reichsstädte, als Erinnerungsdenkmal der ehemals landesfürstlichen Städte zu bauen. Wir haben diesen Städten die Bitte zugehen lassen, die Kosten dieses Saales ebenso zu tragen, wie seiner Zeit die vormaligen Reichsstädte die Kosten des Reichsstädtesaales getragen haben. Bereits vielseitig ist uns die Geneigtheit freundlicher Betheiligung, theils im allgemeinen, theils unter Bezeichnung bestimmter Summen zugegangen. Wir werden in nächster Nummer eine ziemlich beträchtliche Reihe von Städten aufführen können, welche diese Angelegenheit zu fördern bereit sind.
Die Subscription für das Handelsmuseum macht ihre Fortschritte, und es haben sich in dem abgelaufenen Monate durch Uebernahme von je einem Antheilscheine à 50 M. betheiligt die Herren und Firmen: C. F. Autenrieth, Hofkunsthandlung, in Stuttgart; Ed. L. Behrens in Hamburg; Kommerzienrath Aug. Bembé in Mainz; Arthur Bohnenberger in Stuttgart; Meyer Cohn, Bankhaus in Berlin; Georg Goldberger, Banquier, in Berlin; Wilhelm Heidenheimer in Nürnberg; Stadtrath Rud. Heydemann, Inhaber der Bankfirma G. E. Heydemann in Bautzen und Löbau, in Bautzen; Theodor G. Hofmann in Bremen; C. A. Heinrich Müller in Nürnberg; J. Tafel, Fabrikbesitzer, in Nürnberg; Tröltsch und Hanselmann, Gold- und Silbertressenfabrik, in Weißenburg a. S. und Robert Warschauer, geh. Kommerzienrath, in Berlin.
Herr G. Hacker hat dem Museum eine Anzahl interessanter Petrefakten mit der Bestimmung zum Geschenke gemacht, dieselben zu verwerthen und den Erlös für das Museum zu verwenden.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von öffentlichen Kassen: