Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3.

Die Darstellung von Musikern und Musikinstrumenten in alten Handschriften ist eine sehr häufige. Man vergleicheFigur 4 in Nr. 3 unddie letzte Abbildung in Nr. 4 des diesjährigen Anzeigers. Wir veröffentlichen heute einige fernere Beiträge zur Geschichte der Musikinstrumente aus zweien der in jüngster Zeit in diesem Blatte mehrfach besprochenen Ma nuscripte.Figur 13 sind der Hagada entnommen. Es ist eine Lautenschlägerin und zwei Trompeter;Figur 4 und5 sind dem trojanischen Kriege von 1441 entnommen;Figur 4 gibt zwei Trompeter, die an der Spitze eines Kriegsheeres zu Pferde in den Kampf ziehen. Sie sind durchaus unbewaffnet und tragen die Gesellschaftstracht der vornehmen Kreise. Der Zaddelhaube und den Zaddeln an der Tunika entsprechen auch solche an der Decke unter dem Sattel.Figur 5 zeigt dagegen zwei Pfeifer, die zum Mahle aufspielen, in der Tracht der geringen Leute.

Fig. 4. Fig. 5.

Nürnberg.

A. Essenwein.

Aus dem Egerer Archive.

1. Der älteste Parte-Zettel[100].

Das Egerer Archiv bewahrt einen Papierstreifen von ca. 20 cm. Länge, ca. 5 cm. Breite, der in schön gezeichneten Schriftzügen der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts folgende Worte enthält:

„Bitt den almechtigen Got fur Jobsten Schonsteter des Statschreibers Sun Der in frembden landen verschieden sein sol, den wirt man begeen auff morgen montag zw abent mit vigilien vnd auff den dinstag mit den ambtten der heiligen meß Bitt got ab die Sele etc.“

Der hier gemeinte Schönstetter, Vater, dürfte Konrad Schönstetter sein, der von 1466 bis 1504, in welchem Jahre er starb, Stadtschreiber in Eger war, und dem sein Sohn Sebastian Schönstetter (des obigen Jobstens Bruder) folgte von 1504–1543, bis zur Resignazion in Folge „Alters und Unvermögenheit“. Für die Zeit des letzteren scheinen mir die Schriftzüge wie die Schreibweise wol schon zu alt.