Die letzte Zahl bezeichnet das Jahr, in welchem die Abschrift gemacht ist, deren Schreiber zur Belohnung eine reichliche Tracht Schläge wohl verdient hätte. Was eigentlich Samuel in’s Unglück gestürzt hat, bleibt dunkel; wir müssen uns mit der Andeutung begnügen.

Berlin.

W. Wattenbach.

Ein Breslauer Goldschmied im Dienste des Kurfürsten August von Sachsen.

Der Goldschmied Tobias Wolff zu Breslau wird in einem Briefe vom 22. Januar 1574 von dem Kurfürsten aufgefordert, sich mit seinen Geräthen an den Dresdener Hof zu begeben, da man eines Künstlers bedürfe, der mit „Possirung, Schneidung und Abgießung der Contrafacturen“ wohl vertraut wäre, und der Hofgoldschmied und Gießer Joachim ihn als die geeignete Persönlichkeit bezeichnet habe. Der Künstler siedelte in der That in die sächsische Residenz über und verfertigte „etliche Contrafaituren der Päbste“, welche in einer versiegelten Schachtel an Hans Aggelfelde am 9. April 1576 von Torgau aus übersandt wurden, mit der Weisung, dieselben zu andern Contrafaiten, Münzen und Schaugroschen in gute Verwahrung zu nehmen, damit man dieselben jederzeit zu finden wisse. (Dresd. Hauptstaatsarchiv, Cop. 384, f. 152 b. u. 413, f. 80 b.) Vielleicht dient die Mittheilung an diesem Platze dazu, dem Verbleib der bezeichneten Arbeiten des Breslauer Meisters an Ort und Stelle (vermuthlich befinden sie sich noch im Münzkabinet oder in der Kunstkammer) nachzuforschen. Ueber den Verfertiger ist sonst nur bekannt, dass er 1561 an den Hof Herzog Georg’s II. von Brieg für ähnliche Aufträge wie nach Dresden berufen wurde. (Leuchs, bildd. Künstler, S. 24).

Bunzlau.

Dr. Ewald Wernicke.

Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.