Der Schluß des Monats August d. J. ist für die Geschichte der Entwickelung unserer Anstalt von besonderer Bedeutung, indem sich für den Stand unserer Bauten, von deren Fortgang ja die Entwickelung abhängt, bedeutsame Ereignisse vollzogen.

So durften wir am 25. August, dem Geburts- und Namensfeste Sr. Majestät des Königs von Bayern, an welchem zugleich in ganz Bayern die 700jährige Jubelfeier des Hauses Wittelsbach begangen wurde, die Uhr fertiggestellt dem Publikum übergeben, deren Errichtung durch die an dieser Stelle öfter erwähnten Stiftungen der kgl. Prinzen Otto, Luitpold, Ludwig und Leopold ermöglicht worden war, und welche den Namen Wittelsbacher Uhr führen darf.

Der zweite Flügel des Ostbaues, dessen erstem wir den Namen Ihrer kaiserl. Hoheit, der Frau Kronprinzessin Victoria beilegen durften, war so weit gediehen, daß, als am 30. August Se. kaiserl. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen, Friedrich Wilhelm, hier weilte, welcher die Gnade gehabt hatte zu gestatten, daß dieser Flügel Höchstseinen Namen trage, der Dachstuhl aufgeschlagen werden und der hohe Pathe persönlich der Richtfeier beiwohnen konnte.

Unmittelbar an diese anschließend, fand die Eröffnung der Haupthalle des Victoriabaues statt, welche gleichfalls für diesen Tag hatte fertiggestellt werden können, und die, nachdem Se. kaiserl. Hoheit sie betreten, dem Publikum übergeben wurde. In derselben findet die Sammlung von Gipsabgüssen der wichtigsten Skulpturen aus der romanischen Stilperiode Aufstellung.

Auch die von den thüringischen Adelsgeschlechtern gestifteten Fenster konnten im ersten Flügel des Kreuzganges, mehrere andere schon längst gestiftete gleichzeitig im Victoriabau Aufstellung finden. Wir hoffen, noch im Herbste dieses Jahres alle früher gemachten, jetzt aber noch nicht zur Ausführung gekommenen Stiftungen für unseren Bau fertigstellen zu können, mit Ausnahme natürlich des Saales der landesfürstlichen Städte, für dessen Durchführung eben erst Vorbereitungen getroffen werden. Möge es gelingen, auch diesen baldigst errichten zu können, weil ja, wie oben gesagt, die ganze Entwickelung der Anstalt von der Förderung der Bauten abhängt.

Auch heute dürfen Wir eine neue Zusage für diesen Bau melden, indem die Stadt Nienburg a. S., im Anschlusse an die früher gemeldeten Städte, ihre Betheiligung zugesagt hat.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:

Von Privaten: Aachen. Franz Voßen, Rentner, 3 m. Berlepsch. Graf von Berlepsch auf Schloß Berlepsch 6 m. Bremen. Friedr. Begemann, Privatmann, 3 m.; Herm. Begemann, Kanzlist, 3 m.; Gottfr. Gg. Ludw. Bergfeldt, Gold- und Silberwaarenfabrikant, 5 m.; Henrich Bredehorst, Architekt, 3 m.; Franz Friedr. Droste, Kaufmann und Consul, 5 m.; Franz Konr. Dubbers, Privatmann, 5 m.; Dr. med. Eberhard Focke 3 m.; Johannes Gläser, Maler, 3 m.; Dr. med. Peter Reuß 5 m.; Dr. med. Edmund Rothe 5 m. Fürth. Freiherr von Feilitzsch, k. Bezirksamtmann, 2 m.; Wolf Wolf, Kaufmann, 3 m. Hildesheim. Cuno, Regierungs- und Baurath, 3 m.; Rumpf, Regierungs- und Baurath, 10 m. Kassel. Dr. jur. Beckmann, Regierungsreferendar, 3 m.; Bodenstein, Regierungsassessor, 3 m.; Buchholtz, Landgerichtsdirektor, 3 m.; Büstorff, Oberlandesgerichtsrath, 3 m.; Consbruch, Landgerichtspräsident, 3 m.; Consbruch, Referendar, 3 m.; E. Gebhard, Rentier, 3 m.; Grimm, Referendar, 3 m.; Heym, Major a. D., 3 m.; Dr. Kupfer 3 m.; Lehrerkollegium der Realschule I. O. (statt früher 10 m. 50 pf.) 12 m.; Meinck, Landgerichtsdirektor, 3 m.; v. Möller, Oberpräsident a. D., Excellenz, 6 m.; v. Müldner, Justizrath, 3 m.; Rieß, Rechtsanwalt, 3 m.; V. Rinald, Rentier, 3 m.; Dr. jur. Rocholl, Rechtsanwalt, 3 m.; Freiherr von Schlotheim, Generallieutenant, commandierender General des XI. Armeecorps, Excellenz, 6 m.; Sommer, Intendantur- und Baurath, 3 m.; M. Wallach, Großhändler und Stadtrath, 6 m.; Wenning, Rechtsanwalt, 3 m.; Dr. jur. Wöhler, Rechtsanwalt, 3 m. Köthen. L. Wittig, Commissionsrath, (statt bisher 3 m.) 10 m. Nürnberg. J. L. Geiger, Bildhauer, 6 m.; Ludwig Prosiegel, Lehrer, 3 m.; F. C. Seressé, Weinhändler, 5 m. Rochlitz. Römer (nicht „Heer“ wie irrthüml. in Nr. 8 gemeldet wurde), Diaconus, 3 m.

Als einmalige Beiträge wurden folgende gegeben:

Von Privaten: Beuthen. Ertrag einer kleinen Sammlung 2 m. Kassel. Duncker, Landesbibliothekar, 3 m. Weissenbach (Oberösterreich). Adam Linßmeyer, Tabakverleger, 2 m.