22) Fr. Plaut berichtet in seinem „Führer durch Meran und dessen Umgebung“ (Meran, 1879), Seite 119: „Auf dem Sinnichkopf seien uralte, äußerst interessante Reste eines Befestigungsbaues deutlich sichtbar. Die Cyclopenmauern deuten vorrömische Zeit an.“ Eine genauere Besichtigung ergab, daß wir es mit einem wirklichen Bauwerke dieser Art zu thun haben. Es ist diese Entdeckung um so werthvoller, da wir in Tirol wol römische Grabstätten und Hünengräber besitzen, aber nur einen vorrömischen Bau auf dem Sinnichkopf. Wir hoffen, daß weitere Nachforschungen gepflogen und Nachgrabungen veranlaßt werden.
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23) In der Pfarrkirche Partschins bei Meran sind werthvolle Fresken aus dem 16. Jahrh. entdeckt worden. Ein sehr gut componiertes Bild, das letzte Gericht vorstellend, wurde aber wieder übertüncht.
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24) Donaueschingen. Beim Sprengen eines Felsens, auf dem die Kirnberger Burgruine steht, wurde ein Verlies geöffnet, in welchem sich viele Menschenknochen und eine Anzahl von Folterwerkzeugen vorfanden.
(Schwarzw. Bote, Nr. 39.)
25) In der Bibliothek des kärntnerischen Geschichtsvereins zu Klagenfurt ist durch den Archivar Janku ein interessanter Fund gemacht worden. Ein Pergamentblatt, das bisher die Außenseite eines Buchdeckels bildete, zeigte sich, nachdem es sorgfältig von der Pappe losgelöst worden war, auf beiden Seiten beschrieben und weist in je vier Colonnen gegen 330 Verszeilen auf. Sie enthalten zwei Abschnitte aus Ottokar’s von Horneck (Ottokar von Steiermark) Reimchronik.
(Augsbg. Postztg., Nr. 12.)
26) Dr. Oswald Zingerle fand in Brixen eine Papierhandschrift des 15. Jahrhunderts, die unter Anderem ein Gedicht „Der sêlen rât“ enthält. Dies Lehrgedicht gehört aber noch dem 13. Jahrhundert an und zählt zu dem Besten der didaktischen Dichtung jener Zeit. Leider ist es nur Fragment, zählt jedoch 6000 Verse. Als Verfasser nennt sich am Schlusse „Bruoder Heinrich von Burgûs“ (Burgeis im Vinstgau). Aus den Stellen, worin er gegen das üppige Leben der Klöster, sowie gegen die Gleisnerei und Erwerbsucht der Einsiedler eifert, geht hervor, daß Heinrich dem Orden des heiligen Franciscus angehört habe. Oswald Zingerle wird eine kritische Ausgabe veranstalten.
(Beilage z. Augsb. Postzeit., Nr. 10.)