An Rathe zu Nürnberg.

Vnser willige vnd fleißige dinste zuvor. Erbare weisen Namhafftige Hern, besunders gunstige freunde vnd förderer. Vnser Mitburger Florian Stoß[190] bericht vns, wie vnlangist sein leiplicher vater Veit Stoß vnd mutter durch den Willen Gothes bey euer Erbaren Weisheit zu Nürnberg verstorben sein solle, davon er nicht vnbillich neben den andern geschwistern vnd nebenmenn[191] gemelter seiner eldern gelaßene gewichtikeit(?)[192] zugewarten hette, mit anhangender fleißiger bit inen derhalb gen euer Weisheit zuvorschreiben, das wir Ime in ansehung der billikeit füglich nicht haben gewust zuwegern, gantz fleißig vnd freuntlich bittende, wo dem also, Euer Er. W. wollen günstige vmsehung thun vnd schaffen, domit dem Vnsern sein veterlich vnd muterlich angefelle vnd was Ime billich vnd von recht zustendig, gutlich folgen möge, Ime auch des abzugshalb, als einem armen vnbehausseten handwergsmanne, der mit vnerzogen kindern befallen, günstigen willen zuerzeigen, sich dovon mit seim weibe vnd kindern so viel dester bas zuneren, vnd seines väterlichen erbeteils zufreuen habe, wollen wir vmb dieselbe E. Erbar W. willig vnd geflißen sein.

........ Datum quarta post andree 1533.

An Rathe zu Crockaw.

Vnsere willige vnd fleißige Dinste zuvor. Erbare weisen Namhafftige hern, besunder gunstige freunde vnd gönner. Vnser mitburger Florian Stoß ist fur vns kommen, mit bericht, wie vnlangist sein leiblicher bruder Stentzel Stoß ein Biltschnitzer bey euer Ersamkhten[193] zw Crocaw sampt seinem weibe ane[194] leibes Erben verstorben sein solle, dovon Ime not, dieweile Ir beider Vater zw Nurnberg auch verstorben, sich deßelben eigentlich zuerkunden, mit anhangender vleißiger bit, Inen derhalb gen euer Ersamkhten zuvorschreyben, demnach mit vleis freuntlich Bittende, ab icht deme also,[195] vnd Jemandis als ein Erbe der geloßenen guter gemelts seines verstorbenen bruders vorhanden were, Euer Er. wollenn gunstiglich schaffen, sich vffs forderlichste hieaus zue vorfugen, neben den andern gefreunten vnd Erbnemern eine richtung zumachen, ab vnd aber niemandis vorhanden, das auch die gelaßene habe genant seines verstorben Bruders vnvorruckt, vnd biß zw gelegener Zeit mehrgedachts des vnsern Zukunfft odir seines folmechtigen, vnverweret bleiben vnd verwaret werde, Wie wir vns denn vorsehenn Eure Erbare Weisheit, gunstlich vnd vnbeschwerd thun werden, das wollen wir vmb dieselbe eure Erbare Weisheit willig vnd geflißen sein zu vordinen. Dat. quarta post Luce Evangeliste, anno MDXXXIII.

Zeugniss.

Vor Jedermenniglich so diser briff vurgetragen, gezeiget adir gelesen wirt, Bekennen Wir Burgirmeister vnd Rathmannne der Stadt Görlitz, das Vnsere Geschworne Eldisten der Neuzeche fur vns dem Sitzenden Rathe bekand vnd angesagt haben, Wie das fur etzlichen Jaren Veit Stoß seliger Merten Stoßen, seinen son, in der zeche vnd das handwerge der goltschmide bey vns, funff Jahre nacheinander, bei seinem sone Florian Stoßen zw lernen, laut des gemelten knaben eigener handschrifft, in irem Zechregister vorzeichnet, angedinget habe, Doruff er den von dem handwergke vnd Eldesten angenommen, vnd doch nicht lenger denn drey Jare seiner lernung ausgewartet. Des zw Vrkundt besigelt an Dinstag nach leonhardi 1534.

Kuntschaft Meister Hansen Kelner Buchssenmeister vnd Rodgisser.

Vor allen vnd iglichen so dieser brief getzeiget adder gelesen wirt In besundern vor euch Erbaren Ersamen wolweisen hern Burgermeister vnd Radmannen der Stadt Nurnbergk vnsern besundern freunden vnd gutten gonnern, Bekennen wir Burgermeister vnd Radmanne der stadt Gorlitz, mit erbietung Vnser freuntlichen und willigen Dinste, Demenach Meister Hans Kelner... etzliche Jar lang bey vns gewonet, vnser vnd gemeiner stadt Buchssenmeister er gewesen, der selbige noch vnsern willen vorsorget, sich auch erlichen vnd fromlichen doran vorhalden, des ehr nuhmols von vns einen gutlichen abschied gebethen, den wir Ime, vmb seines besten willen, der er sich anderswo vnd sunderlichen bey euch zu Nurnbergk vortrostet nicht haben mögen wegern vnd Ime den selbigen hiemit gutliche gegeben vnd folgen lossen Freundlichs vleis bitten, Ime, auf sein ziemlich ersuchen, günstige hülffe vnd furderung zu ertzeigen, Inen vnser furschrifft vnd seines erlichen verhaltens hirynnen genißen lossen. Das wollen etc. (1533).

Die Concepte vorstehender vier Schreiben sind enthalten in einem Bande der im Stadtarchive zu Görlitz aufbewahrten Briefbücher (libri missivarum).