9. item vor Jahren sei sie mit ihrem Buolen ins Palendt gefahren und den Bach angricht, da er groß angloffen; der hab aber kain Schaden than.

10 u. 11. item zwei unterschidliche mal sei sie mit ihrem Buhlen, einmal ins Greob-Tobel und einmal ins Paldend gefahren; jedwedersmal ein Hagel gemacht, der hab nit sonders großen Schaden thun, wan ( nur ) ein wenig ins Korn und Hanf.

12. item Regenwetter hab sie ohne Zahl gemacht, das sie hab thun müssen, ihr Buol Belzabuob hab sie darzu zwengt.[466]

13. item diese Jahr hab sie zwei gar bös Reiff ins Brand gemacht.

14. item oft genannter ihr Buol hab ihr etlichmalen Geld geben, da sie nit anders vermeint recht Geld zu sein. Aber hernach, wann sie das brauchen wollen, sei es reverend nur Koth gewest.

15. item wann sie in Kirchen gangen und zu den österlichen Zeiten zu dem hochw. Sakrament, alsdann hab sie der bös Geist übel mißhandelt und geschlagen.

16. Beschließlich sei am Donstag zuvor, wie man sie am Samstag zu nacht gefangen, oftgedachter ihr Buol Belzabuob in ihren Mayensäß[467] zu ihr kommen, und ihr anzeigt, man werde sie fahen, sie solle aber nit weichen, er wolle ihnen wol helfen.

Item vorgedachte Petronilla Gortterin bekennt: Als sie sich, wie vorstedt, in sündlichs Laster begeben, so hab desselbenmals ihr der bös Geist ein Büx mit Salb geben und zuo iro gesagt, wann sie das Salb an ein Steckle streich und mit denen Worten, wie er ihro dann auch anzeigt, an ein Dannen schlahe, so kumme ein Reiff oder Hagel. Das hab sie probiert, da sei in Gamperdona schattenhalb[468] ein kleines Hägelein kommen, das hab aber kein Schaden than.

Damalen hab er iro auch Geld geben; hab sie nit anders vermeint, es sei recht Geld. Da er von ihro gewest, sei es reverent nur Koth gewest. Nachdem sei er der bös Geist nicht mehr, wann[469] noch einmal zu iro kommen und abermals mit iro reverent der Unkeuschheit pflegen. Da sey sie dermaßen in ein Reu gefallen, und Gott den allmächtigen so treulich angeruffen, daß er ferner iro nit mehr zur mügen.[470]

Uff Sambstag den 5. Tag des Monats Juli, anno 97, ist zu Bludenz uffen Tanz-Haus Malefiz-Rechten gehalten worden über fünf Weibs-Personen, die drei under Gericht und Jurisdiction zu Bludenz gehörig, und die zwei ins Gricht Sonnenberg gehörig, aber von wenig Kostungs wegen mit einander für Gricht gstellt, und ist dem Herrn Vndervogt der Stab übergeben.