Dr. Hieronymus Münzer.

Ueber das Leben des durch seine werthvolle Reisebeschreibung[511] bekannt gewordenen Nürnberger Arztes Hieronymus Münzer hat Professor Dr. Friedr. Kunstmann in der einleitenden Erklärung zu dem aus derselben veröffentlichten „Bericht über die Entdeckung der Guinea“[512] manche zerstreute Notizen gesammelt. Einen nicht unbedeutenden Beitrag enthält auch die in dem vorstehenden Artikel genauer bezeichnete Handschrift, in welcher Dr. Hieron. Münzer selbst folgende Mittheilung über sich und seinen Bruder Ludwig eingetragen hat, aus welcher zunächst auch die Richtigkeit des von Schedel überlieferten Todesjahres des Münzer (1508) bestätigt wird, gegenüber der Angabe Will’s, der in seinem Gelehrten-Lexicon II, 688 das Jahr 1506 verzeichnete.

Bl. 111v. „1507 uff 26 september. Ludwig Müntzer min bruͦder vnd Ich doctor Jeronimus Müntzer habend von juged auff vnß in vnser armuͦt pey 46 jaren gehalten. Vnser paider richtum was 4 schwertgroschen ist 24 ₰[513]. Do gab ich ( ihm ) 3 vnd behilt ich 6 ₰. Nachfolget ward ich mit hilff frumer lewt magister arcium. Do erobret ich in 4 jaren pey 400 gulden mit meiner arbat ( so ) zu lipzig. Dor von lech ( lieh ) ich meinem schwager Hans Muntziger fl. 150 vnd meinem bruͦder 150. Do mit huͦb mein pruͦder an zu handeln. Dor nach ward ich doctor in medicina zu pafia. vnd kam gen Nurenberg. Do ging es mir glücklich vnd gewan das erst jar pey 500 fl. In dem kam mein pruder gen lipzig do nam er ain weib. die starb jm jm ersten jar an ainem kind. Dornach kam er von aller seiner hab in schneberg. In dem ging es mir wol zu Nurenberg. Do kam er zu mir gen Nurenberg. Do halff ich jm vnd bürget für jn vmb messing trat wachs vnd anders vnnd richt ( richtete ) jm seinen handel hie allen vß 7 jar vnd lisß jm alle gewinnung. Dor nach legt ich min gelt zu jm. vnd hand gehandelt mit ain ander 24 jar ( Bl 112 r. ) vnd ist zu solchem richtum kumen das er vnsren ( handel ) alain mag füren. vnd hot mich vsß der geselschafft kofft vnd gibt mir 13793[514] gulden. Dor vmb lausß ich jm den handel alain alle parschafft: schuld vnd guͤter die dan vil neher angeschlagen sind (als) si vnß kosten. Mer lausß ich jm nach den drittentail der gewinnung so mir uff 2 monet gebürt. Also hoth er nun paid gewinnung vnd hoth mich also herusß kofft. Das hab ich guͤticlich angenomen do mit ich ruͦ hab. vnd er jn seiner zwifachen gewinnung pasß gesetiget wird. got gaͤb das es jm wol gee.“

Darauf folgt, unter einem durchlaufenden Strich, die Bemerkung:

„Item so ich herusß kofft pin so hoth er mir geben 6000 fl. vnd den übrigen rest, ist 7793, sol er mir geben vor johannis baptiste im 1508 jar.“

Darunter steht weiter von der Hand Hieronymus Holzschuhers, des Schwiegersohnes und Erben des inzwischen (am 27. Aug. 1508) verstorbenen Hieronymus Münzer:

„1508. Mer hab ich Jeronimus Holtzschuer Empfangen von meinem Swager Ludbig Mintzer adj 29. Augusti an der oberen schuld 50 fl. fünferli, 18 fl. schreckenperger, 80 fl. golt 150 fl.“

Ueber diesen seinen Schwiegersohn bemerkt Münzer auf Bl. 87 r. seines Hausbuches:

„Adj primo Julii jm 1506 Jeronimus Holschuher.

Adj superscripto hab ich mit Jeronimo Holschucher mein rechnung gethon wy hernach stet: