Zu diesem Wochenstundenplan ist zu bemerken: Die Unterrichtszeiten sind in Minuten beigesetzt. Die Pausen zwischen den Unterrichtslektionen sind nicht angegeben. Die Unterrichtslektionen in Kursivdruck sind für beide Abteilungen A und B gemeinsam. Um aus dieser Wochentabelle den Unterrichtsplan für die Abteilung B zu erhalten, sind lediglich die gleichen Unterrichtsfächer, die für die Abteilung A von 9 bis 10 Uhr aufgeführt sind, für die Zeit von 11½ bis 12½ Uhr anzufügen; mit anderen Worten: die Abteilung A kam täglich von 9 bis 11½ Uhr, die Abteilung B von 10 bis 12½ Uhr am Vormittag, und außerdem die Abteilung A Montags und Donnerstags von 2 bis 3 Uhr, die Abteilung B an den gleichen Tagen von 240 bis 340 Uhr zum Unterricht. Nur am Mittwoch und Sonnabend waren beide Abteilungen von 9 bis 11½ Uhr gemeinsam, die Abteilung A am Mittwoch, die Abteilung B am Sonnabend noch weitere 30 Minuten anwesend. Vier Nachmittage waren unterrichtsfrei.

Wochenstundenplan der ersten Klasse
MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstag
Vormittag
9-10Rechnen (30)
Schreiblesen (30)
Anschauungs-
unterricht (60)
Schreiblesen (30)
Singen (30)
Rechnen (30)
Schreiblesen (30)
Anschauungs-
unterricht (60)
Schreiblesen (30)
Singen (30)
10-11Religion (60)Schreiblesen (40)
Turnen (20)
Rechnen (40)
Turnen (20)
Religion (60)Schreiblesen (40)
Turnen (20)
Rechnen (40)
Turnen (20)
11-12Anschauungs-
unterricht
(30)
Rechnen (30)Anschauungs-
unterricht
(30)
Rechnen (Abt. A) (30)
Anschauungs-
unterricht
(30)
Rechnen (30)Anschauungs-
unterricht
(30)
Rechnen (Abt. B) (30)
Nachmittag
2-3Schreiblesen (40)
Turnen (20)
Schreiblesen (40)
Turnen (20)
Wochenstundenplan der zweiten Klasse
MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstag
ABABABABABAB
Vormittag
8-9Religion (60)Holzbearbeitung (60)Religion (60)Rechnen (30)Rechnen (30)Rechnen (30)
Turnen (30)Lesen (30)Lesen (30)
9-10Rechtschreiben (30)
Singen (30)
Holzbearbeitung (60)
Rechnen (30)
Lesen (30)
Rechtschreiben (30)
Anschauungs-
unterricht
(30)
Singen (30)
Turnen (30)
Rechtschreiben (30)
Rechtschreiben (30)
Turnen (30)
10-11Lesen (30)
Schönschreiben (30)
Rechnen (30)Holzbearbeitung (60)Turnen (30)
Anschauungs-
unterricht
(30)
Schönschreiben (30)Anschauungs-
unterricht
(30)
Anschauungs-
unterricht
(30)
Rechnen (30)Rechnen (30)Rechnen (30)
11-12Rechnen (30)Holzbearbeitung (60)Rechnen (30)
Nachmittag
2½-3Rechnen (30)Rechnen (30)
3-4Ausschneiden (60)Weibl. Handarbeit (60)

Die Teilung der zweiten Versuchsklasse erfolgte in dem gleichen Zeitausmaße, wie in der ersten, im Rechnen, im Anschauungsunterricht und in der Handfertigkeit; sie unterblieb dagegen im Unterricht im Deutschen. Die weiteren Fragen in bezug auf die Verteilung der Unterrichtszeit auf die einzelnen Unterrichtsfächer beantwortet der S. 122 u. 123 abgedruckte Wochenstundenplan.

Für den einzelnen Schüler ergeben sich hierbei wöchentlich 18 Unterrichtsstunden, für die Klassenlehrkraft 23, für den Fachlehrer in Holzbearbeitung 4 Unterrichtsstunden. Für die Kinder waren fünf Nachmittage unterrichtsfrei, für die Klassenlehrerin deren vier.

Was die Teilung der dritten und vierten Klasse betrifft, so erstreckte sie sich auf zwei Rechenstunden, eine Unterrichtsstunde in der Heimatkunde und die beiden Stunden in Holzbearbeitung. Die Zahl der Unterrichtsstunden betrug für die Knaben 22; sie erhöhte sich auf 24 bei den Mädchen durch Einfügung von 2 Stunden Unterricht in weiblicher Handarbeit, der nunmehr einer besonderen Lehrerin übertragen wurde. Für den Klassenlehrer erwuchsen demnach 25 Stunden Unterricht, für den Fachlehrer in Holzbearbeitung vier, für die Fachlehrerin für weibliche Handarbeit zwei. Das sonstige Stundenausmaß ist aus der nachfolgend abgedruckten Wochenstundentabelle zu ersehen. In allen drei Wochenstundenplänen ist die dem Lehrgegenstande in Klammern beigefügte Zeit um die Pausen zu verkürzen welche für eine geeignete Erholung notwendig waren. An Stelle der Teilung einer Klasse in einem praktischen Unterrichtsgegenstand kann man auch in der ungeteilten Klasse gleichzeitig zwei Fachlehrkräfte arbeiten lassen.

Wochenstundenplan der dritten und vierten Klasse
MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstag
ABABABABABAB
Vormittag
8-9Religion (60)Rechnen (60)Holzbearbeitung (60)Religion (60)Rechnen (60)Lesen (60)
9-10Rechtschreiben (60)Aufsatz (60)Holzbearbeitung (60)Rechnen (60)Rechtschreiben (60)Turnen (30)Turnen (30)
Heimatkunde (30)Sprachlehre (30)
10-11Heimatkunde (30)Sprachlehre (30)Rechnen (60)Holzbearbeitung (60)Turnen (30)Aufsatz (60)Heimatkunde (60)
Lesen (30)Turnen (30)Lesen (30)
11-12Weibliche Handarbeit (60)Schönschreiben (30)Holzbearbeitung (60)Weibliche Handarbeit (60)Singen (60)Schönschreiben (30)
Bibel (30)Bibel (30)
Nachmittag
2-3Rechnen (60)Rechnen (60)
3-4Heimatkunde (60)Heimatkunde (60)

Ich hätte diese Wochenstundenpläne übrigens nicht zum Abdruck gebracht, hätte ich nicht dadurch die tatsächliche Durchführbarkeit eines Vorschlages illustrieren wollen, den ich auch ganz ohne Rücksicht auf die Organisation der Arbeitsschule seit vielen, vielen Jahren empfehle, dessen Durchführbarkeit aber auch von meinen eigenen Schulleitern bezweifelt wurde. Ich meine die partielle Klassenteilung. Wir sind aus ökonomischen Rücksichten noch auf lange Zeit hinaus genötigt, in den großen Städten Klassen bis zu 50, 60, ja in vereinzelten Fällen noch mehr Kindern zu bilden. In solchen Klassen lassen sich gewisse Zwecke noch fördern, andere Zwecke aber in keiner Weise. Es ist völlig ausgeschlossen, z. B. einen wirklichen Anschauungsunterricht auch nur bei 50 Kindern zu erteilen. Hier muß die Klasse wenigstens in den Beobachtungsstunden unbedingt geteilt werden. Es verursacht unendliche Mühe, Klassen von 50 oder 60 Kindern in gewisse Rechen- und Sprachbegriffe gemeinsam einzuführen. Die Einführung in das Schreiben und Lesen ist ebenfalls wesentlich erleichtert durch Teilung der Klasse im Schreiblesen. – Eine Teilung der Klasse in einigen Stunden wird die Aufgabe ungemein erleichtern, weil alsdann der Lehrer viel eher an den einzelnen Schüler herankommt, ganz abgesehen davon, daß die Aufmerksamkeit einer kleinen Schar mit einem Blick viel leichter zu lenken ist als die einer großen Schar. Von der notwendigen Teilung der Klasse im Zeichnen, in Physik, Chemie, Handfertigkeit, will ich gar nicht reden. Weil wir solche Teilungen nie vorgenommen haben, waren wir genötigt, die Menge der Stundenzahlen für einzelne Fächer in der Volksschule ständig zu vermehren, um auch große Klassen entsprechend vorwärtszubringen.

Ein sehr viel gesünderer Ausweg ist, die Stundenzahl für den Schüler möglichst gering zu halten, für den Lehrer aber durch partielle Klassenteilung zu mehren.

Das verursacht so lange keine Kosten, als die Lehrer unter ihrem Pflichtstundenmaße beschäftigt sind, und vermehrt die Arbeitslast des Lehrers gleichwohl nicht, weil die ungleich größere Leichtigkeit und Fruchtbarkeit des Unterrichtes in kleinen Abteilungen die physische und psychische Kraft des Lehrers sehr viel weniger in Anspruch nimmt. Nur der Wochenstundenplan macht einiges Kopfzerbrechen, ebenso wie das Eintreffen der Kinder im Schulgebäude zu verschiedenen Zeiten. Daß aber die Beseitigung dieser kleinen Schwierigkeiten durchaus möglich ist, das eben sollen die drei Wochenstundenpläne und die an ihnen gemachten Erfahrungen zeigen.