Die Parasiten scheinen mit Vorliebe oder sogar ausschliesslich im Muskelgewebe ihrer Wirthsthiere zu leben und sind im Beginne der Infektion stets Zellschmarotzer d. h. sie liegen als längliche Schläuche in den Muskelzellen selbst.
Wenn im weiteren Verlaufe einer Sarkosporidieninvasion die Infektion fortschreitet, so können die Parasiten als Gewebsschmarotzer wie die Myxosporidien in zwei Formen auftreten, nämlich:
1. als Cysten
2. als diffuse Infiltration, welche zur Geschwulstbildung führen kann.
Die Cysten werden, wie noch erörtert werden soll, besonders häufig im Oesophagus, gelegentlich im Darm, auf der Pleura und dem Peritoneum beobachtet und entstehen dadurch, dass die Wand des Sarkosporidienschlauches erhalten bleibt und in demselben Maasse wächst, als der Inhalt zunimmt.
Die diffuse Infiltration kommt zu Stande, wenn die Hülle des Sarkosporidienschlauches platzt und der entwickelungsfähige Inhalt das Nachbargewebe überschwemmt.
Wie schon bemerkt wird durch die Anwesenheit der Sarkosporidien zunächst die normale Beschaffenheit der Muskelfasern nicht verändert. Es scheint vielmehr eine Erkrankung der Muskelfasern nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen (massenhafte Anwesenheit der Parasiten, Erkrankung des Wirthsthieres) zu erfolgen.
Nach dem Vorgange von R. Blanchard[153] wird je nach dem Sitze der erwachsenen Sarkosporidien folgende Eintheilung der Sarkosporidien vorgenommen:
- Familie Miescheridae, in den quergestreiften
Muskelfasern.
- Gattung Miescheria, Hüllmembran dünn und strukturlos.
- Gattung Sarkocystis. Hüllmembran dick und mit Querstreifen, bezw. mit Borsten.
- Familie Balbianidae, im Bindegewebe lebend,
vielleicht in der Jugend in Muskeln.
- 3. Gattung Balbiania.
- Als bisher benannte Arten der Säugethiere sind zu
erwähnen:
- Sarkocystis miescheriana (Kühn) = Sarkoc. Miescheri R. Lantz, in den Muskeln der Hausschweine.
- Miescheria muris in den Muskeln der Mäuse und Ratten.
- Miescheria Hueti in den Muskeln von Otaria kalifornika.
- Balbiania mukosa in der Submukosa des Darmes bei Makropus penicillatus (Känguruh).
- Balbiania gigantea, im Bindegewebe des Oesophagus beim Schaf und bei der Ziege.