Von der Gattung Haemamoeba (Syn. Haematophyllam Metschnikoff, Oscillaria Laveran, Plasmodium Marchiafava-Celli, Haematomonas Osler) ist die eine Art: Haemamoeba Laverani, welche im Blute des Menschen vorkommt von Interesse, weil dieser Parasit die Ursache der Malaria ist.
Auch bei den Vögeln ist die Frage, ob es sich um verschiedene Entwicklungszustände desselben Parasiten oder um mehrere Spezies handelt, ebensowenig wie im Falle der Froschparasiten bis jetzt mit Sicherheit zu beantworten.
Hinsichtlich der Bedeutung der Hämosporidien der Vögel als Krankheitserreger sei noch erwähnt, dass hauptsächlich die schneller sporulirenden Formen pathogen wirken. Das erzeugte Fieber hat nicht den Typus, wie das der menschlichen Malaria, ist auch nicht durch Chinin zu beeinflussen; die Sporenbildung geht ungestört vor sich, wenn auch die amöboiden Bewegungen durch grosse Gaben (0,01–0,02) sistirt werden[206].
Figur 28.
Die Blutkörperparasiten der Vögel (Vergr. 600–1000). Nr. 13 u. 14 nach
Labbé, 15–28 nach Danilewsky, die übrigen nach Kruse. 1–12. Parasiten der
Krähe. 1–7. Allmähliches Wachsthum bis zur Sporulation (?). 8 u. 9. Entwicklung
von Geisselträgern aus den erwachsenen Parasiten im frischen Präparat. 10–12. Würmchen,
die sich gleichzeitig aus den Blutkörperchen frei machen. 13–14. Ein ähnlicher Parasit
aus Fringilla coelebs, der Sporen bildet (Halteridium, Labbé). 15–18. Cysten, die zur
Sporulation kommen, aus dem Knochenmark und der Niere von mit Parasiten behafteten
Vögeln. Die jüngere Form in 18 gregarinenartig beweglich. 19–23. Amöboide, schnell
sporulirende Parasiten der Blutkörperchen, bei 23 eine freie Sporulationsform.
24–26. Cysten mit oblongen, spindelförmigen und spirillenartigen Inhaltskörperchen.
27 u. 28. Die letzteren aus einem Blutkörperchen ausschwärmend.
Neuerdings hat MacCallum[207] die pathologischen Veränderungen der Gewebe beschrieben, welche bei den mit Hämosporidien infizirten Vögeln auftreten und welche häufig eine überraschend grosse Ausdehnung haben im Vergleich zu dem offenbar guten Wohlbefinden der Thiere. Vorwiegend sind Leber und Milz ergriffen.
Haemamoeba Laverani.
Geschichtliches. Der Parasit wurde im Jahre 1880 von Laveran[208] im Blute Malariakranker entdeckt. Golgi[209] hat dann den Zusammenhang der Fieberanfälle mit dem Entwicklungsgang des Parasiten nachgewiesen, während Marchiafava und Celli[210] (1888) die Sporulationsformen bei diesem Parasiten feststellten. Weitere eingehende Untersuchungen sind dann von Metschnikoff[211], Celli u. Guarnieri[212], Sanfelice[213], Grassi und Feletti[214], Mannaberg[215], Councilman[216], und von Laveran[217] u. A. angestellt worden.