Wissenschaft der Logik

by Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Erster Teil. Die objektive Logik.


Inhalt:

[Vorrede zur ersten Ausgabe.]
[Vorrede zur zweiten Auflage.]
[Einleitung]
[ Allgemeiner Begriff der Logik]
[ Allgemeine Eintheilung der Logik]
[Erstes Buch Die Lehre vom Seyn.]
[ Womit muß der Anfang der Wissenschaft gemacht werden?]
[ Allgemeine Eintheilung des Seyns]
[Erster Abschnitt Bestimmtheit (Qualität).]
[ Erstes Kapitel. Seyn.]
[ A. Seyn.]
[ B. Nichts.]
[ C. Werden.]
[ 1. Einheit des Seyns und Nichts.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ Anmerkung 3.]
[ Anmerkung 4.]
[ 2. Momente des Werdens.]
[ 3. Aufheben des Werdens.]
[ Anmerkung.]
[ Zweites Kapitel. Das Daseyn.]
[ A. Daseyn als solches.]
[ a. Daseyn überhaupt.]
[ b. Qualität.]
[ Anmerkung.]
[ c. Etwas.]
[ B. Die Endlichkeit.]
[ a. Etwas und ein Anderes.]
[ b. Bestimmung, Beschaffenheit und Grenze.]
[ c. Die Endlichkeit.]
[ 1. Die Unmittelbarkeit der Endlichkeit.]
[ 2. Die Schranke und das Sollen.]
[ Anmerkung.]
[ 3. Übergang des Endlichen in das Unendliche.]
[ C. Die Unendlichkeit.]
[ a. Das Unendliche überhaupt.]
[ b. Wechselbestimmung des Endlichen und Unendlichen.]
[ c. Die affirmative Unendlichkeit.]
[ Der Übergang.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ Drittes Kapitel. Das Fürsichseyn.]
[ A. Das Fürsichseyn als solches.]
[ a. Daseyn und Fürsichseyn.]
[ b. Seyn-für-eines.]
[ Anmerkung.]
[ c. Eins.]
[ B. Eins und Vieles.]
[ a. Das Eins an ihm selbst.]
[ b. Das Eins und das Leere.]
[ Anmerkung.]
[ c. Viele Eins. Repulsion.]
[ Anmerkung.]
[ C. Repulsion und Attraktion.]
[ a. Ausschließen des Eins.]
[ Anmerkung.]
[ b. Das Eine Eins der Attraktion.]
[ c. Die Beziehung der Repulsion und Attraktion.]
[ Anmerkung.]
[ Zweiter Abschnitt. Die Größe (Quantität).]
[ Anmerkung.]
[ Erstes Kapitel. Die Quantität.]
[ A. Die reine Quantität.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ B. Kontinuirliche und diskrete Größe.]
[ C. Begrenzung der Quantität.]
[ Zweites Kapitel. Quantum.]
[ A. Die Zahl.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ B. Extensives und intensives Quantum.]
[ a. Unterschied derselben.]
[ b. Identität der extensiven und intensiven Größe.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ c. Die Veränderung des Quantums.]
[ C. Die quantitative Unendlichkeit.]
[ a. Begriff derselben.]
[ b. Der quantitative unendliche Progreß.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ c. Die Unendlichkeit des Quantums.]
[ Anmerkung 1. Die Begriffsbestimmtheit des mathematischen Unendlichen.]
[ Anmerkung 2. Der Zweck des Differentialkalkuls aus seiner Anwendung abgeleitet.]
[ Anmerkung 3. Noch andere mit der qualitativen Größenbestimmtheit zusammenhängende Formen.]
[ Drittes Kapitel. Das quantitative Verhältniß.]
[ A. Das direkte Verhältniß.]
[ B. Das umgekehrte Verhältniß.]
[ C. Potenzverhältniß.]
[ Anmerkung.]
[Dritter Abschnitt. Das Maaß.]
[ Erstes Kapitel. Die specifische Quantität.]
[ A. Das specifische Quantum.]
[ B. Specificirendes Maaß.]
[ a. Die Regel.]
[ b. Das specificirende Maaß.]
[ Anmerkung.]
[ c. Verhältniß beider Seiten als Qualitäten.]
[ Anmerkung.]
[ C. Das Fürsichseyn im Maaße.]
[ Zweites Kapitel. Das reale Maaß.]
[ A. Das Verhältniß selbstständiger Maaße.]
[ a. Verbindung zweier Maaße.]
[ b. Das Maaß als Reihe von Maaßverhältnissen.]
[ c. Wahlverwandtschaft.]
[ Anmerkung.]
[ B. Knotenlinie von Maaßverhältnissen.]
[ Anmerkung.]
[ C. Das Maaßlose.]
[ Drittes Kapitel. Das Werden des Wesens.]
[ A. Die absolute Indifferenz.]
[ B. Die Indifferenz als umgekehrtes Verhältniß ihrer Faktoren.]
[ Anmerkung.]
[ C. Übergang in das Wesen.]
[Zweites Buch Das Wesen.]
[Erster Abschnitt. Das Wesen als Reflexion in ihm selbst.]
[ Erstes Kapitel. Der Schein.]
[ A. Das Wesentliche und das Unwesentliche.]
[ B. Der Schein.]
[ C. Die Reflexion.]
[ 1. Die setzende Reflexion.]
[ 2. Die äußere Reflexion.]
[ 3. Bestimmende Reflexion.]
[ Zweites Kapitel. Die Wesenheiten oder die Reflexions-Bestimmungen.]
[ Anmerkung.]
[ A. Die Identität.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ B. Der Unterschied.]
[ 1. Der absolute Unterschied.]
[ 2. Die Verschiedenheit.]
[ Anmerkung.]
[ 3. Der Gegensatz.]
[ Anmerkung.]
[ C. Der Widerspruch.]
[ Anmerkung 1.]
[ Anmerkung 2.]
[ Anmerkung 3.]
[ Drittes Kapitel. Der Grund.]
[ Anmerkung.]
[ A. Der absolute Grund.]
[ a. Form und Wesen.]
[ b. Form und Materie.]
[ c. Form und Inhalt.]
[ B. Der bestimmte Grund.]
[ a. Der formelle Grund.]
[ Anmerkung.]
[ b. Der reale Grund.]
[ Anmerkung.]
[ c. Der vollständige Grund.]
[ C. Die Bedingung.]
[ a. Das relativ Unbedingte.]
[ b. Das absolute Unbedingte.]
[ c. Hervorgang der Sache in die Existenz.]
[Zweiter Abschnitt. Die Erscheinung.]
[ Erstes Kapitel. Die Existenz.]
[ A. Das Ding und seine Eigenschaften.]
[ a. Ding an sich und Existenz.]
[ b. Die Eigenschaft.]
[ Anmerkung.]
[ c. Die Wechselwirkung der Dinge.]
[ B. Das Bestehen des Dings aus Materien.]
[ C. Die Auflösung des Dings.]
[ Anmerkung.]
[ Zweites Kapitel. Die Erscheinung.]
[ A. Das Gesetz der Erscheinung.]
[ B. Die erscheinende und die an-sich-seynede Welt.]
[ C. Auflösung der Erscheinung.]
[ Drittes Kapitel. Das wesentliche Verhältniß.]
[ A. Das Verhältniß des Ganzen und der Theile.]
[ Anmerkung.]
[ B. Das Verhältniß der Kraft und ihrer Äußerung.]
[ a. Das Bedingtseyn der Kraft.]
[ b. Die Sollicitation der Kraft.]
[ c. Die Unendlichkeit der Kraft.]
[ C. Verhältniß des Äußern und Innern.]
[ Anmerkung.]
[Dritter Abschnitt. Die Wirklichkeit.]
[ Erstes Kapitel. Das Absolute.]
[ A. Die Auslegung des Absoluten.]
[ B. Das absolute Attribut.]
[ C. Der Modus des Absoluten.]
[ Anmerkung.]
[ Zweites Kapitel. Die Wirklichkeit.]
[ A. Zufälligkeit oder formelle Wirklichkeit, Möglichkeit und Nothwendigkeit.]
[ B. Relative Nothwendigkeit oder reale Wirklichkeit, Möglichkeit und Nothwendigkeit.]
[ C. Absolute Nothwendigkeit.]
[ Drittes Kapitel. Das absolute Verhältniß.]
[ A. Das Verhältniß der Substantialität.]
[ B. Das Kausalitäts-Verhältniß.]
[ a. Die formelle Kausalität.]
[ b. Das bestimmte Kausalitätsverhältniß.]
[ c. Wirkung und Gegenwirkung.]
[ C. Die Wechselwirkung.]

Vorrede zur ersten Ausgabe.

Die völlige Umänderung, welche die philosophische Denkweise seit etwa fünf und zwanzig Jahren unter uns erlitten, der höhere Standpunkt, den das Selbstbewußtseyn des Geistes in dieser Zeitperiode über sich erreicht hat, hat bisher noch wenig Einfluß auf die Gestalt der Logik gehabt.

Dasjenige, was vor diesem Zeitraum Metaphysik hieß, ist, so zu sagen, mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden, und aus der Reihe der Wissenschaften verschwunden. Wo lassen oder wo dürfen sich Laute der vormaligen Ontologie, der rationellen Psychologie, der Kosmologie oder selbst gar der vormaligen natürlichen Theologie noch vernehmen lassen? Untersuchungen, zum Beispiel über die Immaterialität der Seele, über die mechanische und die Endursachen, wo sollten sie noch ein Interesse finden? Auch die sonstige Beweise vom Daseyn Gottes werden nur historisch, oder zum Behufe der Erbauung und Gemüthserhebung angeführt. Es ist dieß ein Faktum, daß das Interesse Theils am Inhalte, Theils an der Form der vormaligen Metaphysik, Theils an beiden zugleich verloren ist. So merkwürdig es ist, wenn einem Volke, z.B. die Wissenschaft seines Staatsrechts, wenn ihm seine Gesinnungen, seine sittlichen Gewohnheiten und Tugenden unbrauchbar geworden sind, so merkwürdig ist es wenigstens, wenn ein Volk seine Metaphysik verliert, wenn der mit seinem reinen Wesen sich beschäftigende Geist kein wirkliches Daseyn mehr in demselben hat.