Auf dem Gipfel eines bläulichen Berges ist eine kleine Blume erblüht. — Vergiß mein nicht! — Der kosende Blick eines Sternes hat sich einen Augenblick darauf geheftet und eine Antwort ließ sich in einer süßen, fremden Sprache vernehmen: MYOSOTIS!

Unheil über dich, Gott des Nordens! Der du mit einem Hammerschlag die aus den sieben köstlichsten Metallen gefügte heilige Tafel zertrümmertest! Denn du hast die »ROSENFARBENE PERLE«, die in ihrer Mitte ruhte, nicht zerbrechen können. Sie ist unter dem Eisen wieder aufgesprungen, — und wir haben uns für sie bewaffnet . . . . Hosianna!

Der Makrokosmos, oder die große Welt, ist durch kabbalistische Kunst erbaut worden; der Mikrokosmos, oder die kleine Welt, ist sein in aller Welt zurückgestrahltes Bild. Die »ROSENFARBENE PERLE« ist mit dem königlichen Blut der Walküren gefärbt worden. Unheil über dich, schmiedender

Gott, der eine Welt zertrümmern wollte! Indessen ist die Vergebung Christi auch für dich verkündet worden!

Sei also selbst du gesegnet, o Thor, du Riese — du mächtigster unter Odins Söhnen! Sei gesegnet in Hela, deiner Mutter, denn oft ist der Tod süß, — und in deinem Bruder Loki und in deinem Hund Garnur.

Selbst die Schlange, welche die Welt umgibt, ist gesegnet, denn ihre Ringe erschlaffen und ihr gähnender Rachen atmet die Blume Anxoka, die Schwefelblume, die strahlende Blume der Sonne!

Gott schütze den göttlichen Baldur, den Sohn Odins und Freya, die schöne!

VIII.

ICH befand mich IM GEIST in Saardam, das ich im vergangenen Jahr besucht habe. Schnee bedeckt die Erde. Ein ganz kleines Mädchen ging schleifend über die harte Erde und richtete seine Schritte glaube ich nach dem Haus Peters des Großen. Ihr majestätisches Profil hatte etwas Bourbonisches. Ihr Hals von strahlender Weiße ragte zur Hälfte aus einem Schwanenpelzkragen. Mit ihrer kleinen rosigen Hand schützte sie eine angezündete Lampe vor dem Wind und wollte an der grünen Haustür klopfen, als eine magere Katze daraus hervorkam, sich in ihre Beine verwickelte und sie zum Fallen