Betreten sie ein Haus, so fragen sie Teoyoteng, wie geht es?, und erhalten miye-djogba, ich bin wohl, zur Antwort. Beim Abschiede des Abends sagen sie miya wúo, ich gehe schlafen, und der Andere erwidert ya wúo djogba, geh', schlafe wohl.

Ausserdem haben die Akkra eine Menge Redensarten, um sich nach Abwesenden zu erkundigen: Djeïbi, wie geht's den Leuten dort? Ameye-djogba, sind sie wohl? Yeikebukeho, wie geht's den Weibern, den Kindern und den Schwangeren? (nach Herrn Locher liegt dies Alles in dem Einen Wort). Ame fe ame ye djogba, sie alle sind wohl. Ueberdies bemerkt Herr Locher, dass bei den Akkra-Negern jetzt überall das Englische good morning eingebürgert sei, wie das überhaupt wohl an der Küste von Guinea der Fall ist.

Noch complicirter gestaltet sich nach Herrn Wiedmann bei den Tji-Negern (Otji-tribes, Grundemann) das Grüssen. Für "guten Morgen" haben sie magye, für "guten Tag" mahao, für "guten Abend" madyo. Im Allgemeinen ist der Gegengruss Ya-aherar oder Ya-adyo. Dann aber richtet sich, was merkwürdig genug ist, Gruss und Gegengruss nach dem Tage der Geburt; so ist Frage und Antwort z. B. ganz verschieden, ob ein Individuum Montags, Dienstags oder an einem anderen Wochentage geboren ist. Ein Montags Geborner z.B. bekommt ya eisi zum Gruss.

Für "gute Nacht" sagen die Tji-Neger me-nopáo und erhalten ya da ya zur Antwort. Wie befindest Du Dich? drücken sie durch Wo ho tedeng aus und me ho ye, ich bin wohl. Sie erkundigen sich durch ming mu ye, wie steht's in der Stadt?, und erwidern darauf ming mu ye fu, in der Stadt steht's gut.

Begegnen sich zwei, so ist der gewöhnliche Gruss aichia, Wo kommst Du her? Wufike, oder von wo bist Du? wokohe. Endlich nante ye, reise glücklich. Für Willkommen haben die Tji-Neger mit allen Yóruba-Völkern das aku-abo gemein. Häufig mischen sie ein me adamfo, mein Freund, mein Wohlthäter, unter ihre Grüsse. Besondere Ceremonien beobachten die Tji-Neger bei ihren Grüssen nicht.


Von Magdala nach Lalibala, Sokota und Anatola, April/Mai 1868.[[9]]

Am 13. April 1868 wehte die englische Flagge auf den drei Amben von Magdala, freilich nur für einige Tage, aber ein Ereigniss wichtig genug mit seinen damit verknüpften Erfolgen, immer eine der merkwürdigsten Thaten der Englischen Armee, welche sie bis jetzt vollbracht hat, zu bleiben. In der That, die Befreiung der europäischen Gefangenen, die Vernichtung des abessinischen Heeres, der Tod des Negus Negassi, die Einnahme von Magdala erfolgten so rasch nach jenem beschwerlichen Marsche durch Abessinien, dass selbst wir Theilnehmer der Expedition uns oft hinterher fragten, wie Alles so schnell und glücklich zu Ende kommen konnte. Und Magdala, für einige Monate der Aufenthalt der europäischen Gefangenen, von Theodor für unüberwindlich gehalten und daher als sein letzter Zufluchtsort ausgesucht, dann für einige Tage Standquartier einer englischen Brigade, ist jetzt nur noch, was es ursprünglich war, ein interessanter Punkt, denn wohl schwerlich werden die plündernden Galla etwas noch Brauchbares dort oben lassen, sie werden die Kirche zerstören und höchst wahrscheinlich die Gebeine ihres Erzfeindes, der bei seinen Lebzeiten Tausende ihrer Brüder mit kaltem Blute erwürgte, in alle Winde zerstreuen.

Etwas südlich von Beschilo sich erhebend sendet der Magdala-Berg seine Bäche diesem Flusse zu, welcher nach Aufnahme der Djidda dem blauen Nil oder Abai zufliesst. Der Magdala-Berg selbst besteht aus drei verschiedenen oben flachen Amben oder Plateaux, dem nördlichen oder Selasse, dem westlichen Fala und dem eigentlichen Magdala, welches am weitesten nach Süden zu liegt. Die Vegetation in dieser Gegend ist reichlich und besteht meist aus Mimosen, aber zur Zeit unserer Anwesenheit war Alles vertrocknet und verbrannt und nur der in Abessinien überall vorkommende Kandelaber-Baum (Kolkual-Euphorbia) bringt etwas Abwechselung in die Gegend. Das Gestein ist durchaus vulkanisch um Magdala und namentlich die nahen Bänke des Baschilo zeigen die schönsten Basaltsäulen. Von der Thierwelt der Umgegend ist nichts besonders Merkwürdiges zu berichten, wenn man nicht in der Käfer- und Insektenwelt nach Neuem suchen will, und dann muss man zur Regenzeit dort sein. Grosse reissende Thiere scheinen selten zu sein und selbst Hyänen hörten wir fast gar nicht, freilich hatten sie vollauf zu thun, da gerade vor unserer Ankunft König Theodor am Charfreitag zweihundert abessinische Gefangene in einen Abgrund hatte stürzen und auf die etwa Ueberlebenden schiessen lassen. Einheimische Bevölkerung giebt es augenblicklich nicht mehr in Magdala nach dem grossen Exodus, den die Engländer nach dem Tode Theodor's veranstaltet haben. Die, welche wir vorfanden, waren aus ganz Abessinien zusammengetrieben, aus Semien, aus Tigre, aus Godjam, aus Begemmder etc., und jetzt zerstreuen sie sich wieder, Jeder nach seiner alten Heimath, und so wird Magdala wieder, was es früher war, Besitz der Galla.