Wilhelm: Ach — Du laß doch! . . . . na — wenn Du . . . .

Robert (nickt bejahend, verschwindet in der Thür. Ab.)

Wilhelm (athmet befreit auf. Volle Freude über das Geschehene bemächtigt sich seiner.)

Ida (kommt aus dem Nebenzimmer, fliegt in seine Arme): Willy!!!

Wilhelm: — Jetzt — jetzt . . . . Du . . . . Ihr . . . . Ihr beiden goldnen Seelen habt mich losgekämpft. Jetzt — ein ganz neues Leben! . . . . Du glaubst nicht, wie mich das hebt! ordentlich groß stehe ich vor mir da! — O Du! das merke ich jetzt erst — das hat doch furchtbar auf mir gelastet . . . . Und nun fühl’ ich auch Kraft! Kraft fühle ich, Du! — verlaß Dich d’rauf, ich erreiche es nun doch noch! ich werd’s ihm zeigen, was der Taugenichts kann! ich werde Vater den Beweis liefern. Ich werde ihm beweisen, daß etwas in mir lebt: eine Kraft, eine Kunst, vor der sie sich beugen sollen . . . . die starrsten Köpfe werden sich beugen, ich fühl’s! — das hat mich nur niedergeknebelt, glaubst Du! es kribbelt mir in den Fingerspitzen, glaubst Du! . . . . Ich möchte schaffen, schaffen! . . . .

Ida: Siehst Du, so ist’s recht! nun endlich hast Du Dich wiedergefunden. — Liebster, ich möchte jauchzen. — Jauchzen möcht ich. — jubeln . . . . Siehst Du, wie ich recht hatte; nichts ist erstorben in Dir! es schlief nur! Es wacht Alles wieder auf, sagt’ ich Dir immer. Es ist aufgewacht, siehst Du nun! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

(Sie umarmen, küssen sich und schreiten dann in einander verschlungen in stummer Glückseligkeit durch den Saal.)

Wilhelm (bleibt stehn, schaut mit glücklichem Staunen in die Augen seiner Braut, dann läßt er den Blick weiter schweifen, rings herum durch den Raum und sagt): In diesen eiskalten Mauern . . . . wie Frühlingszauber ist das!

(Einige Küsse; eng verschlungen stumm im Glück schreiten sie weiter.)

Ida (singt piano mit schelmischer Beziehung auf etwas in der Vergangenheit; etwas, wie: nun, siehst Du wie recht ich hatte.)