Pastor Spitta
Wagen Sie’s nur daraufhin, Herr Direktor: nennen Sie mich bis auf weiteres Pastor Spitta aus Schwoiz in der Uckermark, dessen Sohn Erich Spitta, jawohl, in Ihrer Familie als Hauslehrer oder so ähnlich, tätig gewesen ist. Erich Spitta: das ist mein Sohn. Das sag’ ich mit schwerer Bekümmernis.
Direktor Hassenreuter
Zunächst freue ich mich, Sie begrüßen zu können. Ich möchte Sie aber im gleichen Atem bitten, Herr Pastor, des bewußten Seitensprunges wegen, den Ihr Sohn Erich sich leistet, nicht allzu bekümmert, nicht allzu besorgt zu sein.
Pastor Spitta
O ich bin sehr besorgt. Ich bin sehr bekümmert! — (Er sieht sich mit großem Interesse, auf einem Stuhl sitzend, in dem seltsamen Raume um.) — Es ist schwer zu sagen, äußerst schwer begreiflich zu machen, bis zu welchem hohen Grade ich bekümmert bin. Aber verzeihen Sie eine Frage, Verehrtester: ich war im Zeughaus. — (Er berührt mit dem Stock einen der Pappenheimschen Kürassiere.) — Was sind das für Rüstungen?
Direktor Hassenreuter
Das sind Pappenheimsche Kürassiere.
Pastor Spitta
Ah ah, ich stellte mir Schiller ganz anders vor! — (Sich sammelnd.) — O dieses Berlin! Es verwirrt mich ganz! Sie sehen in mir einen Mann, Herr Direktor, der nicht nur bekümmert, nicht nur durch dieses Sodom Berlin im Innersten aufgewühlt, sondern geradezu durch die Tat seines Sohnes gebrochen ist.