Gott sei gelobt! Da seid ihr ja, Kinder. — (Walburga fliegt zitternd in ihre Arme.) — Mädel, wie du deine alte Mutter geängstet hast! —
Längeres Atmen und Stillschweigen.
Walburga
Verzeih, Mama: ich konnte nicht anders.
Frau Direktor Hassenreuter
Nein! Solche Briefe mit solchen Gedanken schreibt man an eine Mutter nicht. Besonders an eine Mutter wie mich nicht, Walburga! Hast du Seelensnöte, so weißt du auch, daß du mich noch immer mit Rat und Tat dir zur Seite hast. Ich bin kein Unmensch und auch früher mal jung gewesen. Aber ins Wasser springen ... ins Wasser springen und so dergleichen, mit solchen Drohungen spielt man nicht. Ich habe doch hoffentlich recht, Herr Spitta. Und nun auf der Stelle ... wie seht ihr denn aus? — auf der Stelle kommt mit mir beide nach Hause mit! — Was hat denn Frau John?
Walburga
Ja hilf uns! steh uns bei! nimm uns mit, Mama! Ich bin so froh, daß du da bist. Ich hab’ plötzlich eine so lähmende Angst gehabt.
Frau Direktor Hassenreuter
Also kommt, das wäre noch schöner, daß man sich von Ihnen, Herr Spitta, und diesem Kinde solcher verzweifelter Torheiten zu gewärtigen hat. Man hat Mut in Ihren Jahren! Man verfällt nicht auf Ausflüchte, wenn alles nicht gleich nach dem Schnürchen geht, bei denen man nur — man lebt ja nur einmal! — zu verlieren und nichts zu gewinnen hat.