Jut so. Laß er man kommen, Mächen.
Frau John ist einen Augenblick auf den Flur hinausgetreten und kommt ohne die Piperkarcka wieder herein. Sie ist seltsam verändert und geistesabwesend. Sie tut einige hastige Schritte gegen die Verschlagstür, steht jedoch plötzlich wieder still mit einem Gesichtsausdruck vergeblichen Nachsinnens. Dieses Grübeln unterbricht sie, heftig gegen das Fenster zu eilend. Hier wendet sie sich und wieder erscheint der hilflose Ausdruck schwerer Bewußtlosigkeit. Langsam, wie eine Nachtwandlerin, tritt sie an den Tisch und läßt sich daran nieder, das Kinn in die Hand stützend. Nun erscheint Selma Knobbe in der Tür.
Selma
Mutter schläft, Frau John. Ick ha solchen Hunger. Kann ick ’n Happen Brot kriejen?
Frau John erhebt sich mechanisch und schneidet ein Stück von einem Laib Brot, wie unter dem Einfluß einer Suggestion.
Selma
der die Verfassung der Frau auffällt.
Ick bin’s! — Wat is denn? — Schneiden sich man bloß nich etwa mit Brotmesser.
Frau John
mit trockenem Röcheln, das sie mehr und mehr überwältigt, indem sie Brot und Brotmesser willenlos auf den Tisch gleiten läßt.
Angst! — Sorje! — Da wißt Ihr nischt von!
Sie zittert und sucht einen Halt, um nicht umzusinken.