Lassen Sie sich mal von dieser Dame erzählen, Fräulein, mit welchen Mitteln, welchen Schlichen sie hinter Gabriel her gewesen ist, bis sie ihn so weit bekommen hat. Wie sie mir erst hat Freundschaft geheuchelt: »Du bist zu geduldig! Du mußt mehr beanspruchen! Du mußt ihm klar machen, daß du ein gleichberechtigter Mensch und nicht eine Sklavin bist. Ihr deutschen Frauen seid alle Sklavinnen.« So hieß es, so ging es in einem fort, und ich bin auch zuerst drauf reingefallen, bis ich dann merkte, worauf es hinauslief, und daß sie sich Gabriel kapern wollte, weil der eigene Mann ihr überdrüssig war. Eine schöne Gesellschaft! Eine brave Familie! Erzähle doch! Immer erzähle doch! Da hast du Gesprächsstoff, beste Hanna! Da hast du für deine Suade genug!

Hanna:

Solche fantastische, krankhafte Märchen, ausgebrütet von einer sich beleidigt glaubenden Frau, berühren mich nicht.

Rasmussen fährt wild aus Schillings Tür heraus, die er hinter sich sorgfältig ins Schloß klinkt, ehe er spricht.

Rasmussen:

Donnerwetter, was ist hier los, Herrschaften?! Was macht ihr euch eigentlich von Schillings Zustand für eine Vorstellung? Er wird unruhig, er fragt; was soll ich ihm antworten? Verlegt euren Kampfplatz wo anders hin!

Eveline vergißt Hanna und starrt Rasmussen an. Hanna weicht mit Entschluß und geht zur Tür rechts hinaus.

Eveline

(will an Rasmussen vorüber zu Schilling hinein):

Wo ist mein Mann?