Dr. Schimmelpfennig ein wenig in Harnisch, erhebt sich und geht hin und her, dabei spricht er. Ich — denke nicht schlecht von den Weibern. — Kein Bein! — Nur über das Heirathen denke ich schlecht ... über die Ehe ... über die Ehe, und dann höchstens noch über die Männer denke ich schlecht ... Die Frauenfrage soll mich nicht mehr interessiren? Ja, weshalb hätte ich denn sonst sechs lange Jahre hier wie ’n Lastpferd gearbeitet? Doch nur um alle meine verfügbaren Kräfte endlich mal ganz der Lösung dieser Frage zu widmen. Wußtest Du denn das nicht von Anfang an?
Loth. Wo hätte ich’s denn her wissen sollen?
Dr. Schimmelpfennig. Na, wie gesagt ... ich hab auch schon ein ziemlich ausgiebiges Material gesammelt, das mir gute Dienste leisten ... bsst! ich hab’ mir das Schreien so angewöhnt. Er schweigt, horcht, geht zur Thür und kommt zurück. Was hat Dich denn eigentlich unter die Goldbauern geführt?
Loth. Ich möchte die hiesigen Verhältnisse studiren.
Dr. Schimmelpfennig mit gedämpfter Stimme. Idee! Noch leiser. Da kannst Du bei mir auch Material bekommen.
Loth. Freilich, Du mußt ja sehr unterrichtet sein über die Zustände hier. Wie sieht es denn so in den Familien aus?
Dr. Schimmelpfennig. E—lend! ..... durchgängig ... Suff! Völlerei, Inzucht und in Folge davon — Degenerationen auf der ganzen Linie.
Loth. Mit Ausnahmen doch!?
Dr. Schimmelpfennig. Kaum!
Loth unruhig. Bist Du denn nicht zuweilen in ... in Versuchung gerathen eine ... eine Witzdorfer Goldtochter zu heirathen?