Dr. Schimmelpfennig. Du bist also entschlossen?
Loth. Wozu entschlossen?
Dr. Schimmelpfennig. Euer Verhältniß aufzulösen.
Loth. Wie sollt ich wohl dazu nicht entschlossen sein?
Dr. Schimmelpfennig. Ich kann Dir als Arzt noch sagen, daß Fälle bekannt sind, wo solche vererbte Uebel unterdrückt worden sind, und Du würdest ja gewiß Deinen Kindern eine rationelle Erziehung geben.
Loth. Es mögen solche Fälle vorkommen.
Dr. Schimmelpfennig. Und die Wahrscheinlichkeit ist vielleicht nicht so gering, daß ...
Loth. Das kann uns nichts helfen, Schimmel. So steht es: es giebt drei Möglichkeiten! Entweder ich heirathe sie, und dann ... nein, dieser Ausweg existirt überhaupt nicht. Oder — die bewußte Kugel. Na ja, dann hätte man wenigstens Ruhe. Aber nein! So weit sind wir noch nicht, so was kann man sich einstweilen noch nicht leisten — also: leben! kämpfen! — Weiter, immer weiter. Sein Blick fällt auf den Tisch, er bemerkt das von Eduard zurecht gestellte Schreibzeug, setzt sich, ergreift die Feder, zaudert, und sagt: Oder am Ende ...?
Dr. Schimmelpfennig. Ich verspreche Dir, ihr die Lage so deutlich als möglich vorzustellen.
Loth. Ja, ja! — nur eben ... ich kann nicht anders. Er schreibt, adressirt und couvertirt. Er steht auf und reicht Schimmelpfennig die Hand. Im Übrigen verlasse ich mich — auf Dich.