Auch unter den zahlreichen Gedichten und sonstigen Eintragungen nicht politischer Art findet sich noch manches Stück, das kulturgeschichtlich nicht ohne Interesse und zugleich — infolge der ausgesprochenen Neigung des Sammlers zu Scherz und Satire — recht unterhaltend und belustigend ist, wie etwa (S. 473):
Schwäbischen Bauren ihr Gebet, als viele durch ansteckende
Kranckheit schnell hingerißen worden.
Ach! du liaba Heara Gott! was hab’n wir Dia gethaun?
Daß Du uns arma Schwöabla wilt gar nimma leben laun?
Wir wolla nimma betha, wolla nimma in Kircha gaun,
Wir wolla Di scho nöatha, daß d’ uns must lebe laun!
oder eine prächtige Satire — es ist noch nicht einmal ausgemacht, ob der Brief, um den es sich handelt, nicht auch wirklich in ähnlicher Weise geschrieben worden ist — auf den Mißbrauch und Mißverstand der Fremdwörter (S. 464) u.a.m. Doch ein weiteres Eingehen auf den Inhalt des interessanten Codex scheint hier um so weniger erforderlich, als diese Blätter lediglich den Zweck haben sollten, den Leser unserer Mitteilungen mit der willkommenen Bereicherung, welche die Bibliothek des germanischen Museums erfahren hat, bekannt zu machen, insbesondere auch den Spezialforscher darauf hinzuweisen und zum Studium des Buches und genauerer Prüfung seines Inhalts einzuladen.
Nürnberg.
Th. H.