indessen mit der Überlegung »doch mag yder nit flihen zwor« geht er dann alsbald dazu über, ausführlich und augenscheinlich mit nicht geringer Sachkenntnis darzulegen, welche Verhütungsmaßregeln man anwenden müsse und welche Mittel bei Ausbruch der Krankheit die wirksamsten seien. Eben darin unterscheidet er sich sehr wesentlich von dem Verfasser des vorhin behandelten, nur handschriftlich erhaltenen Gedichts, der, ohne Zweifel selbst nur wenig oder gar nicht pharmazeutisch geschult, sich zumeist damit begnügt, unter Berufung auf verschiedene »Meister« allgemeine Verhaltungsmaßregeln zu geben und einige Hausmittel anzuführen, während sich bei Hans Folz, dem Barbierer und Wundarzt, ganze Rezepte in Reime gebracht finden. Aus diesem Grunde wäre gerade diesem Gedichte gegenüber auch eine Würdigung vom pharmazeutischen Standpunkte aus wohl am Platze und würde gewiß der Mühe verlohnen, da sich aus einem eingehenderen Studium ohne Zweifel Manches ergeben würde, was unsere Kenntnis von dem damaligen Stande der medizinischen Wissenschaft zu fördern geeignet und insbesondere für die historische Heilmittelkunde von Interesse wäre. Mir muß eine Ausdehnung auf dies Gebiet selbstverständlich ganz fern liegen; ich werde bei dieser Arbeit lediglich von litteraturgeschichtlichen und bibliographischen Gesichtspunkten geleitet, und vor Allem kommt es mir darauf an, dem gleich zu besprechenden Büchlein seinen Platz in unserer Litteratur anzuweisen. Zuvor aber will ich noch den Schluß des Gedichtes mitteilen, wo sich Hans Folz bekanntlich[313] als Verfasser nennt. Er lautet:
[Bl. 11b]
»also der siech geheylet wirt
vnd auch erledigt von der swer.
hie hat hans folcz barwirer
aus der capitel samenung
gesucht mit end vnd vrsprung
von diser plag vnd ir erczney,
vnd hat das durch sein fantasey
gedicht gar in ein kurczes werck