Nur als eine — gewiß nicht häufige — Nebenart des vierbeinigen Feuerbockes zu betrachten, ist der große fünfbeinige, den Wright auf der Feuerstätte der großen Halle zu Penshurt (Kent) gefunden und a. a. O. S. 450, Nr. 290 publiziert hat. Nach jener Abbildung ist unsere [Fig. 16] gezeichnet.
Die dreibeinige Form des Feuerbockes haben wir in Nürnberg überhaupt nicht unter den Herdgeräten gefunden. Zwei völlig gleiche als Kamingeräte verwendete Exemplare des 16.–17. Jahrhunderts, welche unser Museum besitzt, hat schon Meringer, a. a. O. XXI, S. 139, Fig. 167, abgebildet. Wir geben in [Fig. 17] eine Darstellung davon. Diese Art, die bequemer als die vierbeinige an die Wand anzulehnen war, scheint mit Vorliebe für Kaminheizzwecke benützt worden zu sein. Havard, Dictionnaire hat in den Artikeln »andier« (I, 76 mit zwei Abb.) »chenet, chien de feu« (I, 818 ff. mit zehn Abb.) und »landier« (III, 239 mit vier Abb.) eine Reihe in Frankreich befindlicher, künstlerisch ausgeführter Exemplare des 14.-18. Jahrhunderts abgebildet, die sich aus deutschen Sammlungen wohl noch werden vermehren lassen[246]. Havards Anschauungen werden aus den Worten klar, die er unter Art. »landier« schreibt: »Au mot andier, on a pu voir que l’ustensile dont nous parlons remonte au moins au XIIIe siècle. Il est probable qu’il est encore plus ancien et qu’il vit le jour au moment où la cheminée quitta le centre de la cuisine pour venir s’ adosser à la muraille.« Damit ist zugleich ausgesprochen, daß Havard für Frankreich ein sehr hohes Alter der Feuerböcke annimmt. —
Wie dem Feuerbocke dann neben der Erfüllung seines eigentlichen Zweckes, die Scheite zu stützen, noch weitere Haushaltsfunktionen übertragen wurden, und wie er infolgedessen mannigfache formale Veränderungen und Erweiterungen erfuhr, darauf werden wir später zurückkommen. —
Taf. VII.
Holzstatue des heiligen Georg.
Aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.