[100] Vergl. z. B. die Beschreibung, die Grimmelshausen im Simplicissimus (Halle’sche Neudrucke) pg. 470 davon macht: »Ein Marckschreyer oder Quacksalber (welche sich selbs vornehme Aertzte, Oculisten, Bruͤch- und Steinschneider nennen, auch ihre gute pergamentine Briefe und Siegel darüber haben) ... wann er am offnen Marckt mit seinem Hanß Wurst oder Hanß Supp auftritt, und auf den ersten Schrey und phantastischen krummen Sprung seines Narrn mehr Zulauffs und Anhoͤrer bekompt, als der eyfrigste Seelen-Hirt, der mit allen Glocken dreymahl zusammen laͤuten lassen....«
[101] Geiler, Brösaml. I. fol. 104b.
[102] Grimm W.-B. III. pg. 509 führt zwar die Beziehungen zu den Ausdrücken »blauer Dunst« und »Zeitungsente« an, gibt aber keine eigentliche Erklärung. Die oben zitierte Stelle scheint unter einer blauen Ente deutlich ein Kinderspielzeug zu verstehen, gibt also den Ausgangspunkt für die Redensart: »von blauen Enten reden«, die zuerst nur bedeutete, von Nichtigkeiten reden, und dann in eingeengter Bedeutung geradezu den Begriff »lügen« annahm.
[103] Geiler, Brösaml. I. fol. 95 b.
[104] Geiler, Der seelen Paradiß. (Straßburg, Matth. Schürer 1510.) fol. 218.
[105] Es ist nicht ganz klar, ob Geiler an dieser Stelle meint, ein Priester solle nicht mit Geld sich einen Vertreter zur Darreichung der Sakramente verschaffen, oder ob er auf die Stolgebühren anspielen will, die so schweres Ärgernis erregten und dem Publikum nicht anders als ein Sakramentenhandel erschienen, wie denn auch der Reformationsprediger Joh. Eberlein von Günzburg sich darüber äußert: »Wir verkaufen alles, Taufen, Absolution, Begräbnis, Heirat, Ein- und Aussegnen von Kindbetterinnen .... und so geben wir entweder Ärgernis oder wir werden Bettler.«
[106] Geiler, Postill III fol. 64 b.
[107] Vgl. Steinhausen a. a. O. pg. 50.
[108] S. o. Jahrg. 1899, pg. 115.
[109] Ibid. pag. 111.