Edith störte nicht.

Die saß unten im Lesesaal und angelte nach Bekanntschaften.

Und Monika blieb allein droben auf dem Balkon und schaute auf den Vierwaldstätter See. Der hatte am Tage die Farbe eines kostbaren Smaragds.

Starre, zackige Felsen umkränzten ihn, und über dem allen wölbte sich kornblumenblau der Sommerhimmel, von dem sich die schwarzen Rauchsäulen der Dampfer abzeichneten, die über den See fuhren.

Rechts lag der Hafen von Luzern. Die Menschenmengen, die sich dort drängten, sahen von hier aus wie Ameisenscharen.

Sie saß und träumte.

Sie ging nach den Mahlzeiten gleich immer wieder in ihr Zimmer hinauf.

Edith war darüber tief enttäuscht.

Sie hatte darauf gerechnet, sich überall mit Monika zusammen zu zeigen, und nun mußte sie allein herumlaufen.

Die Bekanntschaften, die sie machte, genügten ihr durchaus nicht.