„Lieben ist vielleicht ein etwas starker Ausdruck. Er gefällt mir unendlich! Und wenn er mich heiratete, würde ich bemüht sein, ihm eine gute Frau zu werden... Ach, Monika, helfen Sie mir!“
„Wie kann ich das?“
„Helfen Sie mir! Beeinflussen Sie ihn! Männer sind doch so leicht zu beeinflussen. Reden Sie ihm doch von mir, machen Sie mich ihm interessant, bitte...“
Zwei fieberheiße Hände griffen nach Monikas Händen und preßten sie in krampfhaftem Druck.
„Helfen Sie mir! Versuchen Sie, mir zu helfen!“
Eine fanatische Inbrunst glühte aus diesen Worten. Die zitternde Hoffnung eines Menschen, der sich seinem Glücke — vielleicht — nahe sieht.
Und in heißem Mitgefühl sagte Monika: „Was in meiner Macht steht, Ihnen zu helfen, will ich gern tun.“
Dann knipste sie das elektrische Licht an und sah in der plötzlichen Helligkeit ein anderes Gesicht als das, das Edith immer zur Schau trug. Das liebenswürdige Lächeln war fort. Und die Herbheit auch.
Ein aufgewühltes, leidenschaftliches Antlitz starrte ihr entgegen, heiße Augen und verlangende Lippen. Die Pupillen der hellgrauen Augen waren fieberhaft erweitert, in der Gier nach Geld und Glück... Blitzschnell senkten sich über diese Augen die blondbewimperten, breiten Lider, deren Haut schon ein wenig zerknittert war. Und die Lider blieben gesenkt, als wollten sie die Glut nicht sehen lassen, die in den hellen, kalten Augen so heiß emporgelodert war....
Gedankensprung