„Mit!“ sagte Heinzemännchen energisch und versank von neuem in sein Gedichtbuch. Lyrik war seine Passion.
Frau von Birken, deren zierlich schlanker Erscheinung und deren hübschem Gesicht mit den blühenden Farben man ihre siebenunddreißig Jahre nicht anmerkte, setzte sich auf die Armlehne des Sessels und küßte das storre, braune Haar ihres Lieblingssohnes.
„Wieder in Poesie aufgegangen, mein Heinzichen? Was hast Du denn da? Den Eichendorff. Ach, himmlisch. Und wie Du gleich wieder so was Schönes herausgefunden hast...“
Sich über das Buch beugend, las sie:
„Denkst du noch jenes Abends, still vor Sehnen —
Als wir das letztemal im Park beisammen?“...
Sie las diese Zeilen mit pathetischer Betonung, indes sie begeistert den Kopf hin und her bewegte.
Heinzemännchen grunzte. Er war heute in trübsinniger Gemütsstimmung und gar nicht dazu aufgelegt, seine poetischen Empfindungen mit der Mutter zu teilen.
„Was hast Du heute eigentlich, mein Einzigstes? Wieder Aerger in der Schule? Nein? — Das Mittagessen hat Dir doch geschmeckt? — Der Schmorbraten war doch wirklich gut, und die grünen Erbsen so weich. Was hast Du denn? — Heinzi, sag’s doch.“
Der Knabe stöhnte tief auf; er klappte schmerzlich die Lider halb über die braunen Augen und sagte: