Sonst scheu — heut’ magst du nicht nach allem fragen,
Mir einzig zeigen nur, wie du mich liebtest...“
„Da siehst Du’s, Heinzemännchen,“ jubelte Monika: „‚Ob du die Mutter auch belogst, betrübtest — was andre Leute drüber deuten, sagen‘... Da siehst Du’s! Das ist alles schnuppe, wenn man liebt. So beim Lesen findest Du’s sehr schön, und wenn ich in Wirklichkeit so wäre...“
„Laß Dir das nicht einfallen,“ grunzte Heinzemännchen, plötzlich aus seinen poetischen Himmeln gerissen.
Alfred warf seiner Schwester einen Blick zu. Er sprach kein Wort. Aber dieser eiskalte Blick war eine schärfere Drohung als seines Bruders Worte.
Karl kaute unbekümmert weiter an seiner Stulle. Frau von Birken aber sagte ganz erregt: „Mone, ich bitte Dich, nicht immer solch exzentrische Redensarten. Laß doch das endlich — mir zuliebe...“
„Dir zuliebe?“ fragte Monika gedehnt. Sie warf den Kopf ins Genick: „Ich lebe doch für mich — nicht bloß Dir zuliebe, Mama. Man ist doch nicht bloß dazu da, um so zu sein, wie es zufällig gerade der Geschmack der betreffenden Eltern ist.“
„Nettes Früchtchen,“ sagte Alfred spöttisch zur Mutter.
Und Heinrich sagte strafend:
„Wenn man Dich so anhört, man sollte es rein nicht für möglich halten.“