120. NEUJAHRSGLOCKEN
In den Lüften schwellendes Gedröhne,
Leicht wie Halme biegt der Wind die Töne
Leis' verhallen, die zum ersten riefen,
Neu Geläute hebt sich aus den Tiefen.
Große Heere, nicht ein einzler Rufer! 5
Wohllaut flutet ohne Strand und Ufer.
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121. SÄERSPRUCH
Bemeßt den Schritt! Bemeßt den Schwung!
Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht.
Die Ruh' ist süß. Es hat es gut.
Hier eins das durch die Scholle bricht. 5
Es hat es gut. Süß ist das Licht.
Und keines fällt aus dieser Welt
Und jedes fällt, wie 's Gott gefällt.
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122. SCHNITTERLIED
Wir schnitten die Saaten, wir Buben und Dirnen,
Mit nackenden Armen und triefenden Stirnen,
Von donnernden dunklen Gewittern bedroht—
Gerettet das Korn und nicht einer, der darbe!
Von Garbe zu Garbe 5
Ist Raum für den Tod—-
Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot!