* * * * *

125. EWIG JUNG IST NUR DIE SONNE

Heute fanden meine Schritte mein vergeßnes Jugendtal,
Seine Sohle lag verödet, seine Berge standen kahl.
Meine Bäume, meine Träume, meine buchendunkeln Höh'n—
Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.
Drüben dort in schilf'gem Grunde, wo die müde Lache liegt, 5
Hat zu meiner Jugendstunde sich lebend'ge Flut gewiegt,
Durch die Heiden, durch die Weiden ging ein wandernd
Herdgetön—-
Ewig jung ist nur die Sonne, sie allein ist ewig schön.

* * * * *

126. REQUIEM

Bei der Abendsonne Wandern
Wann ein Dorf den Strahl verlor,
Klagt sein Dunkel es den andern
Mit vertrauten Tönen vor.

Noch ein Glöcklein hat geschwiegen 5
Auf der Höhe his zuletzt.
Nun beginnt es sich zu wiegen,
Horch, mein Kilchberg läutet jetzt!

* * * * *

127. ABENDWOLKE

So stille ruht im Hafen
Das tiefe Wasser dort,
Die Ruder sind entschlafen,
Die Schifflein sind im Port.