Sie sah die fürchterliche Flage nicht herankommen und gewahrte die riesige See nicht, die das Boot wie einen Käfer auf den Rücken warf ...
Niels und Jens sahen es mit an.
Es war ein stürmischer Novembertag ...
[Vor Ostern.]
Hans Banidt las in der Bibel.
Er war grad vom Feld gekommen. Und vom Pflügen. Der dicke Schlick saß noch an seinen Schuhen. Die wollene Mütze hatte er abgesetzt. Mit aufgestützten Armen saß er an dem schweren Eichentisch und war mit allen Gedanken bei Johannes, dem vierten Evangelisten.
Auf dem Hof und um die Wurt wurde es still. Die Knechte ließen das laute Erzählen, und die Mägde gaben das Juchen auf. Das Vieh in den Ställen verhielt sich sinniger. Die Hühner kletterten schlaftrunken auf den Wiemen. Der Hund lag müde an der Kette und rührte sich nicht. Sogar die Sperlinge verlegten ihre Abendschule von den Lindenzweigen nach dem Katendeich.
Die Uhr tickte langsam und leise.
Peter, der alte Knecht, saß am Fenster. Der sah die Sonne größer und roter werden, und tiefer und tiefer sinken. Bis sie mitten auf der Elbe stand. Bis sie unterging. Dann guckte er um die Ecke nach dem jungen Bauern, der so alt und gelehrt aussah und doch nichts von der Welt gesehen hatte, kaum vom Hof hinuntergewesen war. Er sagte aber kein Wort, der alte Peter.
Still war es. Überall.