Eine kleine Kühlung aus Osten kräuselte das Wasser und ließ den Sonnenschein in tausend blitzende Sternlein zerrinnen.
Die greise Königin saß gen Westen gewendet, wie sie immer zu tun pflegte.
Schön-Helga stand neben ihr und ließ sich das Haar vom Winde kämmen.
Auf der Bank saß Herr Dietrich von Juist und schlief. Frühmorgens war er mit seinen Schaluppen herübergekreuzt, um Schön-Helga zu freien. Aber ehe er in das rechte Fahrwasser kam, waren das gute Essen und der gute Wein ihm vor den Bug gekommen und hatten ihn über Stag gehen lassen. Nun war er eingeschlafen.
»Ahne, schläfst du?«
Sie schüttelte leis den Kopf.
»Ich träume, Kind. Es tut mir wohl, wenn die Sonnenstrahlen mir das Gesicht wärmen. Ein Gruß von dort ist es, eine milde Mahnung: Komm bald. Sonnenbeschienen: so will ich einst hinüberschlummern in das Sonnenland.«
»Du bist so gut und heilig, daß ich zu dir beten könnte.«
»Du bist mein Auge, Kind. Mein sonnenfreudiges Auge. Was sieht mein Auge?«
»Die helle Sonne auf dem grünen Gras und den Wind, der durch die Halme geht.«