„Ne, lot man, Thees,“ wehrte der Seefischer heiter ab, „ik gläuf ne an Hexen.“

„Wat he guchelt, de grote Klaus Mees!“ wandte der Alte sich an die beiden Wattenläufer, „wat he glüst, as wenn he ne blieben kunn!“

„Man keen Bangen,“ rief Klaus sicher, „ik blief ok ne!“ Und Störtebeker, der auch einmal zu Wort kommen wollte, setzte nachdrücklich hinzu: „Vadder kann ne blieben, he kummt jümmer wedder!“

„Do ik ok, mien Jung!“

Der Segelmacher aber blickte ihn über seine Brille hinweg an und sagte mit veränderter Stimme: „Dat hett dien Vadder ok seggt, Klaus Mees! De kunn ok ne blieben! Thees, sä he troß to mi: van tein blifft jümmer bloß een: ik hür ober to de negen, de glücklich fohrt. Jä, un de See is em doch ober worden, is em doch ober worden, Klaus Mees, un de See, dat gläuf man, is noch jümmer hungerig no Ebers un Kutters!“

„Dat vertill man ole Wieber, de keen Tähnen mihr hebbt,“ erwiderte Klaus Mewes unerschüttert, „wi könt noch fix bieten un lot uns ne oberdübeln! Wat ist mit den Klüber? Kannst dien egen Schrift ne lesen?“

Der Segelmacher schüttkopfte und strich sich mit der Hand über die Augen, dann begann er wieder in seinem Hauptbuch zu suchen und zu blättern, aber er kam wieder zu keinem Ergebnis und sagte zuletzt, er sei wieder behext, die Hexen stünden hinter ihm und hielten ihm die Augen zu, damit er das Konto nicht finden solle. „Betohl anner Reis, Klaus Mees, dat löppt jo ne weg!“

„Och wat, kiek man mol eulich to, Thees,“ mahnte der Fischer, „ik kann ne jeden Dag langsen Diek slarpen üm dienenhalben.“

„Ungläubig wie Thomas und ungeduldig wie Maleachi,“ sagte Thees und vertiefte sich von neuem in seine doppelte Buchführung. Das dauerte Klaus zu lange, er trat näher und sah ihm über die Schulter. Plötzlich rief er: „Hier steiht dat jo doch, Thees, kiek hier: Klaus Mewes, ein Klüfer 98 Mark.“

Der Segelmacher erschrak und starrte die drei Reihen an. Dann sagte er wie in Gedanken: „Dat is jo all dörstreken, Klaus: keen hett dat denn don?“