Dann stand sein Vater auf, klopfte dem Koch auf die Schulter und sagte anerkennend: „Du kannst god beden, Hein! Blief man giern betjen bi de Beuker: wennt weiht, hest dor Tied genog to.“ Damit stand er auf und ging an Deck, um wieder nach einer Schiffsgelegenheit für seinen Jungen zu suchen. Und diesmal fand sie sich, obschon Störtebeker wünschte, es möchte kein einziges Schiff vorbeisegeln, damit er die Nacht und immer an Bord bleiben mußte.
Aber da kam Jan Külper mit seiner alten Jolle heraufgesegelt und drehte richtig bei, als Klaus Mewes ihn anrief und ihm die Sache verklarte. Jawohl, er nehme ihn gern mit, sagte Jan. Da kamen auch schon Kap Horn und Hein Mück an Deck.
Störtebeker sah, daß die Herrlichkeit vorbei war und daß er von Bord sollte. Tränen standen ihm in den Augen, als sein Vater ihn hinüberwriggte und Kreek und Pek an die Jolle übergab. Dann mußte er selbst übersteigen. „Adjüst, Störtebeker.“ „Jüst, Vadder!“ Er konnte kaum sprechen, so traurig war er geworden, und hatte für Jan Külper keinen guten Tag und guten Weg. „Greut Mudder man un segg man, wi kommt bald mit en Reis lebennige Schullen, hürst? Un to Sommer kummst du ok mit no See!“
„Jo,“ sagte Störtebeker dumpf und dachte: Lot dien Snacken doch bloß no!
Klaus Mewes wriggte zurück und Jan Külper ließ die Jolle schwoien. „Adjüst, Störtebeker!“ riefen Kap Horn und Hein Mück, die auf den Luken standen, aber der Junge starrte ins Wasser und gab keine Antwort mehr. Er war ganz krank und wollte nichts hören und sehen. Er wollte auch den Ewer nicht mehr angucken. Jan Külper hatte gedacht, einen munteren Fahrtgenossen zu bekommen, der ihm den langen Weg verkürze, aber Störtebeker blieb ein trübseliger Maat und blickte während der ganzen Fahrt bis nach Finkenwärder hinauf starr ins Wasser.
„Warr man ne seekrank, Störtebeker,“ sagte der Elbfischer einmal.
„Dor quäl di man ne üm!“
„Sutje, mien Jung, anners kriegst du de Utsettung,“ drohte der Fischer.
„Smiet mi doch ober Burd, wenn mi ne mihr mithebben wullt,“ rief der Junge patzig. Da goß Jan ihm zur Strafe ein Euschfatt voll Wasser über den Kopf.
Mit der hereinbrechenden Dämmerung kamen sie zu Finkenwärder an. Am Köhlfleet, eben hinter der Königsbake, setzte Jan seinen mürrischen Passagier an Land. Störtebeker nahm seine Kreek auf den Buckel, die Pek in die Hand und ging den dunkeln Deich entlang nach dem Neß.