Licht auf Licht fiel vom Heben, der Regen rauschte auf dem Wasser, wenn die Donner einen Augenblick schwiegen, der Gewitterwind brauste durch die Bäume und die Fenster klirrten bei den harten Schlägen. Oft bebte das Haus in seinen Grundfesten.
Gesa saß in der Küche, bei dicht zugezogenem Fenster, damit sie die grellen Blitze nicht so scharf sehen konnte, und las laut, denn sie war bange vor Gewittern. Sie war angekleidet und trug ihr Geld, ihre Papiere und ihr Sparkassenbuch in der großen Tasche unter der Schürze, damit sie wenigstens etwas rette, wenn es einschlüge. Störtebeker blieb geruhig im Bett liegen, denn Gewitterfurcht hatte sein Vater ihm ausgeredet.
Ein furchtbarer, blauer Blitz, ein kurzer, entsetzlich knallender Schlag: es mußte in der Nähe eingeschlagen haben!
„Klaus, nu steihst du batz up!“ Gesa lief in die Schlafkammer und holte den Widerstrebenden aus den Federn, suchte sein Zeug her und drängte ihn in die Küche. Da konnte es denn nicht helfen, er mußte sich unter Blitz und Donner anziehen: er nahm aber die Gelegenheit wahr und holte seine Siebenmeilenstiefel her, damit er draußen waten könne, wenn es einschlüge, wie er sagte. Recht war es ihm nicht, er hätte lieber geschlafen. So sah es ja aus, als wenn er bange wäre, er konnte ja morgen nicht zu den Jungen sagen: „Ik bün beliggen bleben!“
„Hür doch mol, Klaus, wat dat innen Schosteen pultert!“
„Jo, dat is meist, as wenn de Schosteenfeger dor togangen is,“ sagte der Junge in schläfrigem Ton, „lot mi man wedder to Koi gohn! Vadder geiht bit Gewidder ok uppen Bitt, seggt he!“
„Non, un wat dien grote Vadder deit, dat müßt du ok don, ne?“
„Wat en Slag!“
„Junge jo,“ sagte Klaus anerkennend, „dat wür en eulichen! Petrus hett alle Negen smeeten bit Kegeln!“