Jelena: Ich will ihm sein Leben nicht verbittern …
Wagin: Sie überlegen, das heißt, Sie wollen nicht. Getrieben von einem mächtigen Verlangen, überlegen nicht …
Jelena: Die Bestien! - Die Tiere … überlegen nicht, aber der Mensch muß überlegen, damit das Schlechte auf Erden vermindert wird …
Wagin: Sich selbst der Pflicht zum Opfer bringen und so weiter … Lisa übt mit ihrer herben Philosophie einen schlechten Einfluß auf Sie aus ..
Jelena: Das Schlechte ist widerwärtig. Das Leiden ist abstoßend … Ich empfinde das Leiden als persönliche Demütigung; und anderen Leiden zufügen ist häßlich und gemein.
Wagin: Wie überlegen Sie reden! Aber aus Ihren Worten spricht doch die Seele einer Sklavin … Sie bringen sich zum Opfer … wem? Einem Menschen, der das Leben in dem dumpfen Bemühen, seinen Ursprung zu finden, vertrödelt! Eine alberne Idee! Er dient dem düsteren Tode … und nicht der Freiheit, nicht der Schönheit und der Freude. Es bedarf Ihres Opfers nicht …
Jelena: Ruhe, mein Freund! Ich spreche nicht von Opfer … Und ich habe keine Veranlassung, an die Tiefe Ihrer Gefühle zu glauben …
Wagin: Sie glauben nicht an meine Liebe?
Jelena: Nehmen wir an … ich traue mir selbst nicht. Lisa kommt herein.
Wagin: Wie sind Sie kaltherzig!