Antonowna:  Darauf passen Sie ja auf - nicht wahr? …

Jelena:  Das hat gerade noch gefehlt, daß Sie mir gute Lehren geben …

Antonowna:  Was denn? Wenn ich sehe, wie das Haus sich selbst überlassen ist und kein Mensch auf Pawluscha achtet …

Jelena  sanft:  Ich bitte Sie recht sehr, gehen Sie jetzt fort!

Antonowna:  Gut. - Aber die selige Generalin hat nie geruht, mich aus dem Zimmer zu jagen … Geht gekränkt ab. Jelena steht auf und geht nervös im Zimmer auf und ab. Wagin sieht sie lächelnd an.

Jelena:  Das macht Ihnen Spaß?

Wagin:  Etwas Dummheit ist immer lustig! Leidenschaftlich.  Sie müssen fort aus diesem Hause! Sie sind geschaffen für ein schönes, freies Leben …

Jelena  nachdenklich:  Ist ein solches Leben möglich, wenn man überall von rohen Menschen umgeben ist? Es ist merkwürdig, je bedeutender ein Mensch ist, umso mehr ist er mit Abgeschmacktheiten behaftet … So treibt der Wind die Spreu gegen die Mauer eines hohen Gebäudes … Protassow tritt ein, er ist niedergeschlagen und bleich. Es liegt in ihm etwas Kindliches, Hilfloses, etwas Flehendes in seiner Aufrichtigkeit; er spricht nicht laut, als fühle er sich einer Schuld bewußt.  Was ist denn, Pawel, was fehlt dir?

Protassow:  Es hat sich zersetzt - verstehst du? Ja, es hat sich zersetzt … Und doch war das Experiment sehr sorgfältig gemacht … ich habe nichts außer acht gelassen … Er blickt auf seine Frau, aber als ob er sie nicht sähe, tritt an den Tisch, setzt sich. Bewegt nervös die Finger … holt aus der Tasche ein Notizbuch hervor, zeichnet rasch mit dem Bleistift und vertieft sich darin. Wagin drückt Jelena die Hand und geht.

Jelena  halblaut:  Pawel … lauter  lieber Pawel … du bist wohl sehr betrübt? ja?