Tschepurnoi: Ja, unruhig - und so unbehaglich … Es war mir, als sei der Mechanismus meiner Seele plötzlich eingerostet … Ich komme mir so albern vor, Jelisaweta Fjodorowna, und wenn Sie mir helfen …
Lisa: Lieber Boris Nikolajewitsch! Lassen Sie das … Ich bin ein Schwächling, ein Krüppel …
Tschepurnoi: Nun, dann werde ich zugrunde gehen wie ein Mistkäfer.
Lisa aufspringend: Lassen Sie das endlich! Sie quälen mich ja … Können Sie das nicht begreifen?
Tschepurnoi erschreckt: Nun gut! Ich tu's nicht wieder! Verzeihen Sie … es soll nicht wieder vorkommen! Ich schweige … Beruhigen Sie sich!
Lisa: Mein Gott! Wie bemitleide ich Sie alle! Wie kraftlos sind sie alle … und wie einsam … Pause.
Tschepurnoi: Wissen Sie, früher pflegte ich gut zu schlafen. Aber jetzt - jetzt liege ich da mit aufgerissenen Augen und träume wie ein blutjunger, verliebter Student … Ich möchte etwas vollbringen … wissen Sie, so etwas Großartiges … Heldenhaftes … aber was? Darauf kann ich nicht kommen … Und immer scheint es mir, als wäre auf dem Flusse Eisgang, und auf einer Scholle säße ein Ferkelchen, so ein kleines, rosiges Tierchen, und quiekt und quiekt! - Ich stürze drauflos, laufe ins Wasser … und rette das Schweinchen! Aber das Tier - niemand kann's brauchen! Und jetzt muß ich's ganz allein mit Meerrettich verspeisen … das Ferkel, das ich gerettet habe …
Lisa lacht: Das ist sehr spaßig!
Tschepurnoi: Ja, zum Weinen … Aus dem Garten kommen Jelena, Protassow und Wagin.
Lisa: Soll ich Tee eingießen?