Protassow: Mein Freund, auf Erden gibt es nichts Zweckloses …
Tschepurnoi: Wenn die ganze Erde es nicht ist …
Lisa: Um Gottes Willen! Alles das hab ich schon tausendmal gehört …
Jelena: Dimitrij Sergejewitsch! Das Leben ist schwer, und der Mensch wird häufig müde … Das Leben ist rauh, nicht wahr? Wo soll die Seele Erholung suchen? Das Schöne ist selten, aber ist etwas wirklich schön, so erhellt es meine Seele, wie die Sonne einen trüben Tag. Alle Menschen müssen die Schönheit verstehen und lieben, dann werden sie sie zur Grundlage der Moral machen … die Schönheit oder die Häßlichkeit des Handelns wird über seinen Wert entscheiden … und das ganze Leben wird schön sein!
Protassow: Wunderbar, Jelena! Das kann geschehen …
Wagin: Was scher ich mich um die Menschen! Mein Lied will ich laut und für mich allein singen …
Jelena: Hören Sie auf! Wozu die vielen Worte? In der Kunst sollte der Trieb des Menschen ins Weite, in die Höhe zum Ausdruck kommen … Beherrscht dieses Streben den Künstler und glaubt er an die Sonnenkraft der Schönheit, so wird mir sein Bild, sein Buch, seine Sonate, verständlich und teuer sein … Er wird meine Seele empfänglicher, harmonischer machen … und fühle ich mich zu müde, so gibt er mir Erholung. Lust zur Arbeit, zum Glück und zum Leben!
Protassow: Herrlich, Jelena!
Jelena: Wissen Sie, ich stelle mir manchmal im Geiste ein Gemälde vor. Mitten auf dem unbegrenzten Ozean - schwimmt ein Schiff; leidenschaftlich wird es von den tobenden grünen Wellen umbrandet; vorn am Bug stehen starke, kräftige Männer … ganz einfach stehen diese Leute da - lauter offene, energische Gesichter - und mit stolzem Lächeln blicken sie in die Ferne, bereit, auf dem Wege zu ihrem Ziel ruhig unterzugehen … Das wäre das ganze Bild!
Wagin: Das ist interessant … ja!