Bringe ihn herein in deine Wohnung, daß er mit uns bete:
Geist der Liebe, Weltenseele, Vaterohr, das keine
Stimme überhöret der dich lobenden Gemeine!
Eine Reihe Dankgebetes, Lobgesangs ein Faden,
Zieht sich hin vom Duft des Morgens zu des Abends Scheine
Eine Reihe Lobgesanges, Dankgebets ein Faden,
Zieht sich hin vom Duft des Abends zu des Morgens Scheine,
Gieb, daß diese Seele auch durch der Gebetesflammen
Schürung dir die innere Lebendigkeit bescheine!
Gib, daß er das Land der Unvergänglichkeit suche mit der Sehnsucht der Goetheschen Priesterjungfrau, die da sagte:
Und an dem Ufer steh’ ich lange Tage,
Das Land der Griechen mit der Seele suchend!
daß er einst mit der sterbenden Blume des Dichters singe:
Ew’ges Flammenherz der Welt, Laß verglimmen mich an dir! Himmel, spann’ dein blaues Zelt, Mein vergrüntes sinket hier. Heil, o Frühling, deinem Schein! Morgenluft, Heil deinem Weh’n! Ohne Kummer schlaf ich ein, Ohne Hoffnung aufzusteh’n.
und ihm die Antwort werde:
O bescheidenes Gemüt, Tröste dich, beschieden ist
Samen allem, was da blüht. Laß den Sturm des Todes doch Deinen Lebensstaub verstreu’n, Aus dem Staube wirst du noch Hundertmal dich selbst erneu’n. Amen!«
Hatte er dermaßen wohlklingend und nicht selten mit wirklich feuchten Augen, von seinem Galimathias selbst aufgeregt, geendet, so geschah es häufig, daß auf dem Kirchwege die Zuhörer herbeieilten und ihm dankend die Hände drückten, und an den wohlbesetzten Mittagstafeln wurde er aus schönem Munde gefühlsbedürftig gepriesen, von klugen Männern gelobt, daß man jetzt auch wieder einmal kirchlich und christlich sein könne, ohne sich dem Verdachte der Beschränktheit und des Zurückbleibens auszusetzen.