Martin. Wenn kein Teufel wäre, wo kämen denn die hin, die ihn auslachen?—Darauf antworte mir einmal! den Knoten beiß mir auf! Siehst du, daß ich auch weiß, wie man euch Leute zuschanden machen muß?
Johann. Ein neuer Irrtum! Und wie kannst du so ungläubig gegen meine Worte sein? Es sind die Aussprüche der Weltweisheit, die Orakel der Vernunft! Es ist bewiesen, sage ich dir, in Büchern ist es bewiesen, daß es weder Teufel noch Hölle gibt.—Kennst du Balthasarn? Es war ein berühmter Bäcker in Holland.
Martin. Was gehn mich die Bäcker in Holland an? Wer weiß, ob sie so gute Brezeln backen, wie der hier an der Ecke.
Johann. Ei! das war ein gelehrter Bäcker! Seine bezauberte Welt—ha! —das ist ein Buch! Mein Herr hat es einmal gelesen. Kurz, ich verweise dich auf das Buch, so wie man mich darauf verwiesen hat, und will dir nur im Vertrauen sagen: Der muß ein Ochse, ein Rindvieh, ein altes Weib sein, der einen Teufel glauben kann. Soll ich dir's zuschwören, daß keiner ist?—Ich will ein Hundsfott sein!
Martin. Pah! der Schwur geht wohl mit.
Johann. Nun, sieh,—ich will, ich will—auf der Stelle verblinden, wenn ein Teufel ist.
(Lisette springt geschwinde hinter der Szene hervor, und hält ihm rückwärts die Augen zu, indem sie dem Martin zugleich winkt.)
Martin. Das wäre noch was; aber du weißt schon, daß das nicht geschieht.
Johann (ängstlich). Ach! Martin, ach!
Martin. Was ist's?