Theophan. Ich will es überlegen.

Lisette. Sie sind freilich eine weit bessere Art von Mannspersonen, und ich halte Sie für allzu vorsichtig, als daß Sie Ihr Herz so überladen sollten.—Aber wissen Sie wohl, was ich für einen Einfall habe, wie wir gleichwohl hinter die Wahrheit mit dem Herrn Adrast und der Mamsell Juliane kommen wollen?

Theophan. Nun?

Henriette. Du würdest mich neugierig machen, wenn ich nicht schon hinter der Wahrheit wäre.—

Lisette. Wie? wenn wir einen gewissen blinden Lärm machten?

Henriette. Was ist das wieder?

Lisette. Ein blinder Lärm ist ein Lärm wohinter nichts ist; der aber doch die Gabe hat, den Feind—zu einer gewissen Aufmerksamkeit zu bringen.—Zum Exempel: Um zu erfahren, ob Mamsell Juliane den Adrast liebe, müßte sich Herr Theophan in jemand anders verliebt stellen; und um zu erfahren, ob Adrast Mamsell Julianen liebe, müßten Sie sich in jemand anders verliebt stellen. Und da es nun nicht lassen würde, wenn sich Herr Theophan in mich verliebt stellte, noch viel weniger, wenn Sie sich in seinen Martin verliebt stellen wollten: so wäre, kurz und gut, mein Rat, Sie stellten sich beide ineinander verliebt.—Ich rede nur von Stellen; merken Sie wohl, was ich sage! nur von Stellen; denn sonst könnte der blinde Lärm auf einmal Augen kriegen.—Nun sagen Sie mir beide, ist der Anschlag nicht gut?

Theophan (beiseite). Wo ich nicht gehe, so wird sie noch machen, daß ich mich werde erklären müssen.—Der Anschlag ist so schlimm nicht; aber—

Lisette. Sie sollen sich ja nur stellen.—

Theophan. Das Stellen eben ist es, was mir dabei nicht gefällt.