Theophan. Also können Sie mir es nicht sagen, ob Sie Juliane liebet?
Adrast. Wenn ich es könnte, würde ich wohl unterlassen, Sie mit diesem Vorzuge zu peinigen?
Theophan. Stille! Sie machen sich unmenschlicher, als Sie sind.—Nun wohl! so will ich,—ich will es Ihnen sagen, daß Sie Juliane liebt.
Adrast. Was sagen Sie?—Doch fast hätte ich über das Entzückende dieser Versicherung vergessen, aus wessen Munde ich sie höre. Recht so! Theophan, recht so! Man muß über seine Feinde spotten. Aber wollen Sie, diese Spötterei vollkommen zu machen, mich nicht auch versichern, daß Sie Julianen nicht lieben?
Theophan (verdrießlich). Es ist unmöglich, mit Ihnen ein vernünftiges
Wort zu sprechen. (Er will weggehen.)
Adrast (beiseite). Er wird zornig?—Warten Sie doch, Theophan.
Wissen Sie, daß die erste aufgebrachte Miene, die ich endlich von
Ihnen sehe, mich begierig macht, dieses vernünftige Wort zu hören?
Theophan (zornig). Und wissen Sie, daß ich endlich Ihres schimpflichen Betragens überdrüssig bin?
Adrast (beiseite). Er macht Ernst.—
Theophan (noch zornig). Ich will mich bestreben, daß Sie den Theophan so finden sollen, als Sie ihn sich vorstellen.
Adrast. Verziehen Sie. Ich glaube in Ihrem Trotze mehr Aufrichtigkeit zu sehen, als ich jemals in Ihrer Freundlichkeit gesehen habe.