Chrysander. Was sagst du? Du hast ein unglückliches Maul, Lisette.
Einen ehrlichen Mann einen Narren zu schimpfen? Denn ein ehrlicher
Mann muß es doch sein; was wollte er sonst bei mir?
Lisette. Nu, nu; verzeihen Sie immer meinem Maule den Fehler des
Ihrigen.
Chrysander. Den Fehler des meinigen?
Lisette. O gehen Sie doch! der ehrliche Mann wartet.
Chrysander. Laß ihn warten. Habe ich doch den Narren nicht kommen heißen.—Ich werde gleich wieder da sein, mein Sohn.
Lisette (beiseite). Ich muß doch sehen, ob ich aus dem wunderlichen
Einfall meiner Jungfer etwas machen kann.
Vierter Auftritt
Lisette. Damis.
Damis. Nun? geht Lisette nicht mit?
Lisette. Ich bin Ihre gehorsamste Dienerin. Wenn Sie befehlen, so werde ich gehorchen. Aber nur eines möchte ich erst wissen. Sagen Sie mir, um des Himmels willen, wie können Sie beständig so allein sein? Was machen Sie denn den ganzen Tag auf Ihrer Studierstube? Werden Ihnen denn nicht alle Augenblicke zu Stunden?