Damis. Himmel! ich höre meinen Vater wiederkommen. Um Gottes willen, liebe Lisette, daß er nicht merkt, daß Sie sich so lange bei mir aufgehalten hat. Geh Sie hurtig unterdessen in das Kabinett.

Fünfter Auftritt

Damis. Chrysander.

Chrysander. Der verzweifelte Valer! er hätte mir zu keiner ungelegnern Zeit kommen können. Muß ihn denn der Henker eben heute von Berlin zurückführen? Und muß er sich denn eben gleich bei mir anmelden lassen? Hui daß—Nein, Herr Valer, damit kommen Sie zu spät. —Nun mein Sohn—(Damis steht zerstreut, als in tiefen Gedanken.) Hörst du, mein Sohn?

Damis. Ich höre; ich höre alles.

Chrysander. Kurz, du merkst doch, wo ich vorhin hinauswollte? Einem
Klugen sind drei Worte genug. Sapienti sat! sagen wir Lateiner.
—Antworte doch—

Damis (noch immer als in Gedanken). Was ist da zu antworten?—

Chrysander. Was da zu antworten ist?—Das will ich dir sagen. —Antworte, daß du mich verstanden; daß dir mein Antrag lieb ist; daß dir Juliane gefällt; daß du mir in allem gehorchen willst.—Nun, antwortest du das?—

Damis. Ich will gleich sehn—(Indem er in der angenommenen
Zerstreuung nach einem Buche greift.)

Chrysander. Was kann in dem Buche davon stehen?—Antworte aus dem Herzen und nicht aus dem Buche.—Ex libro doctus quilibet esse potest; sagen wir Lateiner.—