Lisette. Der Sohn will gewiß den Vater von seiner Geschicklichkeit überführen?

Anton. Ohne Zweifel muß es so etwas sein. Damis ist ganz außer sich: er läßt den Alten kein Wort aufbringen: er rechnet ihm tausend Bücher her, die er gesehen; tausend, die er gelesen hat; andere tausend, die er schreiben will, und hundert kleine Bücherchen, die er schon geschrieben hat. Bald nennt er ein Dutzend Professores, die ihm sein Lob schriftlich, mit untergedrucktem Siegel, nicht umsonst, gegeben hätten; bald ein Dutzend Zeitungsschreiber, die eine vortreffliche Posaune für einen jungen Gelehrten sind, wenn man ein silbernes Mundstück darauf steckt; bald ein Dutzend Journalisten, die ihn alle zu ihrem Mitarbeiter flehentlich erbeten haben. Der Vater sieht ganz erstaunt; er ist um die Gesundheit seines Sohnes besorgt; er ruft einmal über das andre: Sohn, erhitze dich doch nicht so! schone deine Lunge! ja doch, ich glaub es! gib dich zufrieden! es war so nicht gemeint!

Lisette. Und Damis?—

Anton. Und Damis läßt nicht nach. Endlich greift sich der Vater an; er überschreit ihn mit Gewalt und besänftiget ihn mit einer Menge solcher Lobsprüche, die in der Welt niemand verdient hat, verdient, noch verdienen wird. Nun wird der Sohn wieder vernünftig, und nun—ja nun schreiten sie zu einem andern Punkte, zu einer andern Sache,—zu—

Lisette. Wozu denn?

Anton. Gott sei Dank, mein Maul kann schweigen!

Lisette. Du willst mir es nicht sagen?

Anton. Nimmermehr! ich bin zwar sonst ein schlechter Kerl; aber wenn es auf die Verschwiegenheit ankömmt—

Lisette. Lerne ich dich so kennen?

Anton. Ich dächte, das sollte dir lieb sein, daß ich schweigen kann; und besonders von Heiratssachen oder was dem anhängig ist—