Lisette. Wollen wir uns also nicht wieder versöhnen? Willst du nicht tun, was ich dich gebeten habe?
Anton. Dir sollte ich etwas zu Gefallen tun?
Lisette. Anton, lieber Anton, goldner Anton, tu es immer. Wie leicht kannst du nicht dem Alten den Brief geben und ihm sagen, der Postträger habe ihn gebracht?
Anton. Geh! du Schlange! Wie sie nun schmeicheln kann!—Halte mich nicht auf. Ich soll meinem Herrn ein Buch bringen. Laß mich gehen.
Lisette. Deinem Herrn ein Buch? Was will er denn mit dem Buche bei
Tische?
Anton. Die Zeit wird ihm lang; und will er nicht müßige Weile haben, so muß er sich doch wohl etwas zu tun machen.
Lisette. Die Zeit wird ihm lang? bei Tische? Wenn es noch in der
Kirche wäre. Reden sie denn nichts?
Anton. Nicht ein Wort. Ich bin ein Schelm, wenn es auf einem
Totenmahle so stille zugehen kann.
Lisette. Wenigstens wird der Alte reden.
Anton. Der redt, ohne zu reden. Er ißt und redt zugleich; und ich glaube, er gäbe wer weiß was darum, wenn er noch dazu trinken könnte, und das alles dreies auf einmal. Das Zeitungsblatt liegt neben dem Teller; das eine Auge sieht auf den und das andre auf jenes. Mit dem einen Backen kaut er, und mit dem andern redt er. Da kann es freilich nun nicht anders sein, die Worte müssen auf dem Gekauten sitzenbleiben, sodaß man ihn mit genauer Not noch murmeln hört.