Lisette. Und Sie sind erst zwanzig Jahr alt!
Damis. Wie stark ich in der Weltweisheit bin, bezeugt die höchste Würde, die ich schon vor drei Jahren darin erhalten habe. Noch unwidersprechlicher wird es die Welt jetzt aus meiner Abhandlung von den Monaden erkennen.—Ach, die verwünschte Post!—
Lisette. Und Sie sind erst zwanzig Jahr alt!
Damis. Von meiner mehr als demosthenischen Beredsamkeit kann meine satirische Lobrede auf den Nix der Nachwelt eine ewige Probe geben.
Lisette. Und Sie sind erst zwanzig Jahr alt!
Damis. Freilich! Auch in der Poesie darf ich meine Hand nach dem unvergänglichsten Lorbeer ausstrecken. Gegen mich kriecht Milton, und Haller ist gegen mich ein Schwätzer. Meine Freunde, welchen ich sonst zum öftern meine Versuche, wie ich sie zu nennen belieben vorgelesen habe, wollen jetzt gar nichts mehr davon hören und versichern mich allezeit auf das aufrichtigste, daß sie schon genugsam von meiner mehr als göttlichen Ader überzeugt wären.
Lisette. Und Sie sind erst zwanzig Jahr alt!
Damis. Kurz, ich bin ein Philolog, ein Geschichtskundiger, ein
Weltweiser, ein Redner, ein Dichter—
Lisette. Und Sie sind erst zwanzig Jahr alt! Ein Weltweiser ohne
Bart und ein Redner, der noch nicht mündig ist! schöne Raritäten!
Damis. Fort! den Augenblick aus meiner Stube!