Zwölfter Auftritt

Anton. Valer. Lisette.

Anton (mit Briefen in der Hand). Ha! ha! haltet ihr wieder Konferenz! Wenn es mein Herr wüßte, daß in seiner eignen Stube die schlimmsten Anschläge wider ihn geschmiedet werden, er würde dich, Lisette—Aber, wie steht ihr denn da beisammen? Herr Valer scheint betrübt: du bist erhitzt, erhitzt wie ein Zinshahn. Habt ihr euch geschlagen, oder habt ihr euch sonst eine Motion gemacht? Ei, ei, Lisette! höre—(sachte zu Lisetten) du hast dich doch der Ausstattung wegen mit ihm nicht überworfen? Hat er sein Wort etwa zurückgezogen? Das wäre ein verfluchter Streich. (Laut.) Nein, nein, Herr Valer, was man verspricht, das muß man halten. Sie hat Ihnen redlich gedienet und ich auch. Zum Henker! glauben Sie denn, daß es einmal einer ehrlichen Seele keine Gewissensbisse verursachen muß, wenn sie ihre Herrschaft für null und nichts betrogen hat? Ich lasse mich nicht vexieren; und meine Forderung wenigstens—Hol' mich dieser und jener! ich nehm einen Advokaten an, einen rechten Bullenbeißer von einem Advokaten, der Ihnen gewiß so viel soll zu schaffen machen—

Lisette. Ach Narre, schweig!

Valer. Was will er denn? Mit wem sprichst du denn?

Anton. Potz Stern! mit unserm Schuldmanne sprech ich. Das können Sie ja wohl am Tone hören.

Valer. Wer ist denn dein Schuldmann?

Anton. Kommt es nun da heraus, daß Sie die Schuld leugnen wollen?
Hören Sie: mein Advokat bringt Sie zum Schwur—

Valer. Lisette, weißt denn du, was er will?

Lisette. Der Schwärmer! ich brauchte ihn vorhin zu Überbringung des
Briefes und versprach ihm, wenn die Sache gut ausfallen sollte, eine
Belohnung von Ihnen.